15-01-2007, 13:01
Zitat:Original von Jupp
Deshalb als Lernziel „festes Halten“ formulieren, statt negativ „nicht knautschen“.
Technisch ist das nicht korrekt. Die negative Einwirkung in Verbindung mit der positiven Verstärkung für erwünschtes Verhalten führt zu einer Beschleunigung der Verringerung der Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines bestimmten Verhaltens (Verhaltensmuster werden entgegen Deiner Darstellung übrigens nicht gelöscht, sondern nur deren Auftreten verringert, weshalb es auch besser ist, Fehler gar nicht erst zu lehren).
Das Problem der Korrektur beim Knautschen ist das Timing für die Einwirkung. Der Vorgang ist so schnell, dass die Einwirkung (ausgelöst durch die Beobachtung "jetzt knautscht er") erst dann beim Hund ankommt, wenn er gerade wieder festhält. Eine manuelle Einwirkung ist hier also wenig sinnvoll, da dem Menschen einfach die Geschwindigkeit bei der Signalverarbeitung und Reizweiterleitung fehlt.
Zitat: Dann jeden Schritt ( auf Unterkiefer achten!)
Da sich beim Hund nur der Unterkiefer bewegen kann, ist dieser anatomische Hinweis eher überflüssig.
Zitat:Positiv verstärktes Verhalten löscht ein sich gleichzeitig ausschließendes unerwünschtes Verhalten,
Die guten Ausbilder wissen mittlerweile, dass es keine Auslöschung gibt. Das ist wissenschaftlich erwiesen.
Zitat:Ich hab noch keinen Hund erlebt, der Ball/Futter nicht besser findet als knautschen.
Knautschen ist ja auch nicht das primäre Ziel. Es geht häufig um das Bringholz selbst und da ist z.B. Futter nur mit bestimmten Hunden möglich. Es gibt Hunde, die arbeiten für das Bringholz an und für sich. Falsch ausgebildet oder nicht sei jetzt mal dahingestellt. Du hast kein Werkzeug für einen Beutetausch, kein Futter. Wie sieht denn eine Lösung da aus?
Schöne Grüße,
Andreas
geändert : zwei grobe Buchstabenfehler. Knutschen ist zwar auch kein primäres Ziel, aber hier war Knautschen gemeint.

