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Antijagdtraining
#91
Kelly,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170861#post170861 schrieb:Der bedingte Reiz muss unmittelbar mit den unbedingten Reiz erfolgen.
das birgt allerdings eine gefahr in sich. wenn ich eine motivation an ein hörzeichen koppele (bedingter reiz) kann es passieren das die gewünschte reaktion dann auch nur in verbindung mit diesem erfolgt, das heißt der hund jagd nur dann nicht wenn das hörzeichen als reiz wirkt. der hundeführer muss dann immer in reichweite sein. was ist aber wenn er gerade mal 50 meter vom hund entfernt ist?

will ich das mein hund generel nicht mehr jagd, dann muss ich eine verbindung schaffen zwischen dem unbedingten reiz (wild) und dem weiteren undebdingten reiz (zwang) "ohne" hörzeichen, damit sich dann der reflex ausbilden kann.
#92
es könnte auch Objektverknüpfung heißen. Wobei zu jagende Objekte mehrfach vorhanden sind. Reh und Fasan sehen unterschiedlich aus.
Die generelle Problematik ist m.E. nicht so ganz einfach in der Praxis zu händeln.
Da hilft auch das Wissen um die Lerngesetze manchmal nicht so wirklich.
Wenn der HF pennt, dann ist der Hund futsch und belohnt sich selber. Das generalisiert dann obendrein noch sehr schnell.
Bye Uwe
#93
Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170868#post170868 schrieb:Reh und Fasan sehen unterschiedlich aus.
aber die motivation des hundes ist die gleiche. er muss lernen das diese motivation negative konsequenzen haben kann, ...besser noch hat.

Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170868#post170868 schrieb:Da hilft auch das Wissen um die Lerngesetze manchmal nicht so wirklich.
nur das hilft, ausbildung vollzieht sich über den hundeführer.
#94
Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170869#post170869 schrieb:
Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170868#post170868 schrieb:Reh und Fasan sehen unterschiedlich aus.
aber die motivation des hundes ist die gleiche. er muss lernen das diese motivation negative konsequenzen haben kann, ...besser noch hat.

Uwe Junker,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170868#post170868 schrieb:Da hilft auch das Wissen um die Lerngesetze manchmal nicht so wirklich.
nur das hilft, ausbildung vollzieht sich über den hundeführer.

das ist mir schon klar aber war auch anders gemeint.
Bye Uwe
#95
Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170867#post170867 schrieb:kann es passieren das die gewünschte reaktion dann auch nur in verbindung mit diesem erfolgt, das heißt der hund jagd nur dann nicht wenn das hörzeichen als reiz wirkt. der hundeführer muss dann immer in reichweite sein. was ist aber wenn er gerade mal 50 meter vom hund entfernt ist?
Genau so geht es...der Hf muss immer die Kontrolle behalten auch bei der Jagd oder das Viecherl an der Leine führen....das funktioniert selbst bei meinen Jagdhunden, da kann ich auch selektiv freigeben, wenn ich ihn jagen lassen will oder abbrechen mit Down or recall!
Funktioniert allerdings nicht nur mit Futter oder Ball

Detlef Berensmann,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170867#post170867 schrieb:will ich das mein hund generel nicht mehr jagd, dann muss ich eine verbindung schaffen zwischen dem unbedingten reiz (wild) und dem weiteren undebdingten reiz (zwang) "ohne" hörzeichen, damit sich dann der reflex ausbilden kann.
Das geht nur mit endsprechenden Blockaden, die je nach Hund schon recht massiv sein muss. Reh kommt, Hund starrt auf Reh...Blockade und dann wenn er zurück kommt "Lob"! Aber wer möchte schon, dass sein Hund Angst vor Rehen oder Hasen hat
beste Grüße

Uwe
#96
Vielen Dank für euere Antworten! Dieses Thema liegt mir wirklich am Herzen.
Das der Jagdtrieb nicht allein mit sanften Worten zu lösen ist, kann ich nur bestätigen. Heute nachmittag wieder eine typische Situation. Spaziergang - und in bester Sichtweite Rehe. Schon als er sich aufrichtete und seinen Schritt verschnellerte, zog ich ihn mit einem scharf gesprochenen 'Nein!' zurück, und als er zu tänzeln begann gab es mit dem Regenschirm einen Stüber auf die Nase 'NEIN'! Natürlich müssen Augen und Ohren geöffnet sein, da kleinste Kleinigkeiten einen Reiz auslösen können.
Es gab keinen einzigen Krümel, allein meinen Befehl und später, als die Situation sicher war, eine gelockerte Leine. Ich rufe ihn auch zu Hause konsequent zurück, wenn er dem Kater nachjagd, wo ich es sehe.
Ich übe mit ihm im Garten, dass er z.B den Ball, welchen ich vor seinen Augen bewege, nicht fassen darf, dass er einem fliegenden Ball nicht nachrennt. Das er im rennen sich setzt, Platz macht. Doch Garten ist Garten......selbstverständlich ist das kein Argument es nicht weiter zu trainieren!
Mit freundlichem Gruß,
KImmy
#97
kimmy,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/24122-Antijagdtraining/?postID=170873#post170873 schrieb:Ich rufe ihn auch zu Hause konsequent zurück, wenn er dem Kater nachjagd, wo ich es sehe.
na wenn der Kater noch lebt, kann´s nicht ganz so arg sein .... Rolleyes
#98
Solange der Gehorsam noch nicht ausreichend ist, sollte man seinen Hund in wildreichem Gelände sicherheitshalber an eine überlange (10 - 20 m) Leine legen, damit er sich nicht einfach durch Hetzen oder das Verfolgen einer Spur selbst belohnen kann. Nach Möglichkeit sollte man mit dem Training bereits beim jungen Hund beginnen, noch bevor der Jagdtrieb erwacht ist. Schleppleinen-Arbeit sollte allerdings nicht mit einfachem Gassi gehen an langer Leine verwechselt werden, bei dem der Hund lediglich in seiner Bewegungsfreiheit begrenzt wird.

Wichtig ist die Gewöhung an die lange Leine. Natürlich merkt jeder Hund recht bald, wann die Leine dran ist und wann nicht. Der Hund darf also ruhig merken, wenn man ihm die Schleppleine anlegt. Aber man sollte dieses Anlegen sofort angenehm gestalten, ein Leckerchen geben und unmittelbar danach mit Power spielen. Wichtig ist, dass er mit dieser Leine Strecke laufen kann und darf. Er soll mit Leine im Schlepp dem Ball oder Kong hinterherjagen.

Hat der Hund sich nach einigen Tagen an die Schleppleine gewöhnt, sollte die Schleppleine (zusätzlich zur normalen Führleine) bei jedem Spaziergang am Hund sein - egal ob man trainieren will oder nicht. Beim Training gibt es nun unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Das Anlegen der Schleppleine mit anschließendem Jagdspiel kann dabei zum Ritual werden, damit der Hund sich vor dem Training auspowern kann.

Schleppleinentraining ist in erster Linie Beziehungstraining. Damit Hund und Mensch ein Team werden, muss erst einmal die Bindung aufgebaut werden. Dabei soll die Schleppleine dem menschlichen Anhängsel auch etwas mehr Sicherheit vermitteln, bis die "unsichtbare Leine" etabliert ist. Und der Hund soll mit dieser verlängerten "Nabelschnur" lernen, Kontakt zum Hundeführer zu halten. Diese verloren gegangene Aufmerksamkeit, die beim Welpen noch ganz selbstverständlich war, kann man wieder aufbauen, indem man den Hund, kurz bevor er das Ende der Leine erreicht hat, zu sich ruft und evtl. in die entgegengesetzte Richtung davonläuft. Dabei hilft ein Knoten, den man 3 m vor dem Ende in die Leine gemacht hat. Sobald sich der Hund nach seinem Hundeführer umdreht, wird er gelobt. Überhaupt sollte er immer gelobt werden, wenn er Kontakt aufnimmt. Hat der Hund seinen Hundeführer eingeholt, gibt es weiteres Lob, Leckerchen oder Spiel. Man kann z.B. Leckerchen über den Boden rollen, denen der Hund dann hinterher jagen kann. Nach einiger Zeit kann man dann allmählich auch andere gemeinsame Aktionen starten, damit der Hund merkt, dass es interessant und lohnenswert ist, auf seinen Menschen zu achten. Ziel des Schleppleinen-Trainings ist es, dass der Hund den Leinenradius selbständig einhält. Wenn man am Ende des Trainings die Schleppleine wieder abbauen möchte, können Hörzeichen wie "langsam" oder "warte", die kurz vor Erreichen dieser Distanz gegeben werden, eine Hilfe sein. Auch dann lobt man kurz und geht wieder weiter, der Hund bekommt seine Bestätigung also durch das Weitergehen. Bleiben Sie aber variabel, damit der Hund nicht lernt, dass er nur bis zum Leinenende laufen muss, um seine Bestätigung zu erhalten.

Bei diesem Beziehungstraining sollte die Schleppleine möglichst nie aktiv als Kommunikationsmittel benutzt werden - also nicht daran ziehen oder rucken, sondern den Hund immer so ansprechen, als wäre er ohne Leine. Der Hund soll auf das Komm-Signal reagieren, also selbst aktiv werden und nicht passiv gezogen werden. Lediglich wenn er Wild entdeckt hat und durchstartet, kann es dann vorkommen, dass er einen heftigen Ruck erhält. Ein Jagdversuch wird mit Purzelbaum geahndet. Ende der Jagd.
Beschäftige deinen Hund beim Spazieren gehen , sonst sucht er sich eine Aufgabe alleine bei stupiden langweiligen Gassi gehen. Und dein Hund hatte schon Erfolg beim hetzen nach Wild und dieses Selbstbelohnende Gefühl dabei und dieses möchte er wieder haben.
Anti Jagt Training dauert ewig und du solltest einfach Geduld haben. das ist mit 10 mal Schleppleine dran nicht getan. Vielleicht bist du zu ungeduldig. Also ich würde jetzt mal so 6 Monate Training ansetzten. Und dein Hund darf nie wieder Erfolg haben, also schön wachsam sein.
Also auch wenn dein Hund im Garten die Katze jagt und du nur eingreifst wenn du es mitbekommst reicht das nicht aus. Endweder immer oder du lässt es. Auch wenn dein Hund alleine auf dem Hof ist , sucht er sich eine Beschäftigung und Aufgaben. In deinem Fall ist es die Katze. Andere jagen Vögel auf dem Hof oder buddeln Löcher.
LG Simone Krüger :hallo:
#99
Hallo Simone,
danke für Deine ausführliche Erklärung und Ratschläge! So detailiert wurde mir das Schleppleinentraining noch nicht erklärt.
Anfangs habe ich eine Schleppleine benutzt, nachdem ich aber einige Male gestürzt bin, habe ich mich auf die Führleine konzentriert. Das waren Situationen, in welchen Gino losrannte, ich versucht habe ihn zurückzuziehen - und einen kostenfreien Flug erhielt.....während der Hund, mit Leine, fröhlich jagte...
Vielleicht beginne ich nicht sogleich mit zehn Meter, bis das er begriffen hat, was gefordert wird. Die Leine verlängern ist ja möglich.
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
Bekommt man genetische Triebveranlagungen denn auch mit Schleppleinentraining in den Griff?? Z.B. Jagdhund?? Ich hab ja hier so ein Exemplar..
Herr Brösel hat das Thema Antijagd-Training durch, und weiß genau wann Leine dran und wann nicht. Gehen wir spazieren, läuft er generell in meiner Nähe, aber von jetzt auf gleich biegt er links ab (Witterung aufgenommen) und das ohne erkenntliches Signal (für mich erkenntliches) und ist direkt im Jagd-Modus.. Abrufen oder Abbruchsignal laufen dann definitiv ins Leere, Purzelbaum schreckt ihn nicht ab. Wie ja schon vorher geschrieben, bleibt er immer an der Leine seit dem letzten mal Stiften gehen.. dieses Gefühlschaos brauche ich nicht mehr..
Gruß Steffi ...


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