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Naturheilkunde bei Analfistel?
#1
Mein Schäferhundrüde (5 Jahre alt) hat seit ca. 2 Monaten eine Analfistel. Die Uniklinik in Giessen hat mir auf telefonische Anfrage mitgeteilt, dass sie Analfisteln nicht mehr operieren. Sie hätten bessere Ergebnisse mit Medikamenten erreicht, und bei der OP kann es wohl auch zu Verletzungen des Schließmuskels kommen. Außerdem gibt es ein höheres Rückfallrisiko, und dann sind die Leute sauer wegen der hohen OP Kosten.
Nun, mein Hund lebt im Haus und ist Familienmitglied, also müssen wir versuchen, ihm zu helfen.

Unsere 1. Therapie in Absprache mit unserem Tierarzt war: 2 x tägl. je 1 Tabl. Cicloral 50 mg für 4 Wochen, dazu tägl 2 x eincremen mit Protopic Salbe 0,1%
Diese Tabletten sind absolute Hämmer, den Beipackzettel darf man nicht lesen, sonst stehen einem die Haare zu Berge. Ich hab`s aber doch getan, es ist schlicht und einfach "Chemotherapie", Kosten für die Medikamente: ca. 480,- Euro.
Ich hatte dann Bedenken, dass mir mein Hund nicht an der Analfistel eingeht, sondern an den Medikamenten.

Durch Freunde in den USA bekam ich dann einen Bericht über eine Forschung an der Michigan State University, College of Veterinary Medicine.
Hier wurde empfohlen, dem Hund tägl. Sulfasalazinpräparate (Rheumamittel) und zusätzlich Cortison zu geben. Rheumamittel deshalb, da die Krankheit "Analfistel" wohl auf eine Störung des Immunsystems zurückzuführen ist, wie Rheuma auch.
Nun bekommt mein Hund seit ca. 3 Wochen tägl. 3 Tabl. (früh, mittag, abend je 1) Sulfasalazin Hexal 500 mg Tabl. und 3 Tage lang je 2 Tabl. Predni H Tablinen 20 mg, dann tägl. 1 Tablette, zum Schluss nur noch 1/2 Tabl. Natürlich wasche und creme ich auch noch, 3 Cremes im Wechsel. Die Uni in Michigan empfiehlt als Diät: Fisch, am besten Wildlachs mit Kartoffeln.
Da wir keine Millionäre sind haben unser Hund und wir uns geeinigt auf: "Lachs mit Reis" von Mera-Dog, etwas Öl, ab und zu Leinsamen und ja keine seiner geliebten Knochen.

Die Analfistel ist nach wie vor vorhanden, aber nicht mehr entzündet. Der Hund verliert jetzt sein Haar (Chemotherapie), er wird wohl "Nackthund" werden! Vielleicht stricken wir ihm für den Winter einen Overall! Überall fliegen die Haare rum, wie gut, dass wir einen guten Staubsauer haben!

Das ist alles, was ich im Moment tun kann, aber mache ich es richtig? Die Medikamente schlauchen den Hund sehr. Bis Mitte September werde ich wohl die Medikamente weiter geben, dann möchte ich langsam absetzen.
Meine Frage ist nun: gibt es etwas aus der Naturheilkunde, dass ich dann weiter geben kann, das den Hund nicht so schädigt, bzw. wieder aufbaut? Hat irgend jemand Erfahrung damit?
Marion
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#2
Meine Hündin hatte Analfisteln. Auch nach 2 Operationen kamen die Fisteln wieder.
Ich hatte beste Erfahrungen mit Wobenzym, jeden Tag 4 Tabletten.
Wenn ich reduzierte bzw. aufhörte, war sofort wieder eine Rötung sichtbar.
Wobenzym hat keine sonstigen Probleme verursacht.

Musste lebenlslang verabreicht werden.

Kannst es mal probieren!

Elfriede
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#3
Mein alter Rüde hatte das auch mal. Wir haben die Fistel mit Traumeel gespült und zwar 1-2 x täglich. Ist dadurch langsam abgeheilt und dann nie wieder gekommen.
Versuchsweise würde ich an deiner Stelle getreidefrei füttern - es gibt immer wieder Hinweise dass gerade bei Hunden Getreide die sogenannten "Autoimmunerkrankungen" fördert.
Ich hatte mich damals auch durch die Literatur gewälzt. Operation alleine bringst wohl nichts, die Fisteln kommen wieder. Die Studie mit dem Sulfasalazin habe ich auch gelesen. Wenn dein Hund von dem Sulfasalazin die Haare verliert, dann wäre Azathioprin eine gute Alternative. Du könntest zudem auf das Cortison verzichten. So wie ich die Studie verstehe, sollte die Fistel nach 4 Monaten verschwunden sein, sonst sollte evtl doch erwogen werden die Perianaldrüsen zu entfernen.
Drücke dir die Daumen. :thumbup:
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#4
Hallo Marion,

auch meine Hündin (ca. 4 Jahre) hat eine Analfistel. Meine Tierärztin sagte mir auch, daß man es nicht operieren kann, da dabei wohl der Schließmuskel verletzt werden kann. Ich habe ihr dann für 20 Tage 2 x täglich 1 1/2 Tabletten Amex250 mg (Antibiotika) geben müssen. Zugleich bekam sie 2 x täglich 1 1/2 Tabletten Prednisolon 5 mg für 30 Tage, danach 2 x täglich 1 Tablette Prednisolon und im Moment bekommt sie täglich 1 Tablette Prednisolon. Außerdem wird sie 2 x am Tag gereinigt und eingecremt wechselweise mit Nekrolyt Salbe und Jelliproct Salbe. Ihre Beschwerden haben sich bisher gebessert, aber lt. Tierärztin muß sie wohl lebenslang Medikamente einnehmen. Ihr Futter habe ich nicht verändert. Sie bekommt Josera Fitness mit einem Schuß Rapsoel. Ich mache mit ihr weiterhin Hundesport und sie ist auch gut drauf. Lediglich das Trinkverhalten hat sich verändert. Sie säuft ziemlich viel, was aber wohl mit dem Cortisongabe zusammenhängt.

Bevor die Fistel festgestellt wurde, durfte ich die Hündin hinten garnicht berühren. Der Kotabsatz hat ihr ziemliche Schwierigkeiten bereitet. Zwecks Feststellung der Fistel mussten wir die Hündin in der Tierarztpraxis in die Narkose legen. Inzwischen kann ich sie aber mühelos reinigen und auch eincremen. Die Fistel ist zwar noch vorhanden, aber nicht mehr entzündet.

Falls du noch weitere Erkenntnisse erhälst, können wir uns ja vielleicht mal austauschen.

Gruß und gute Besserung für deinen Hund

Hanna
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#5
Auf die schnelle kann man da keine abschließende Therapie aus Naturheilkundlicher Sicht geben. Würde dir eine Tierheilpraktiker empfehlen. Ich bin Mitglied im THP Verband, je nach dem wo du wohnst könntest du auch einen geeigneten THP in Deiner Nähe finden.

Hier mal die Kontaktdaten:
http://www.thp-verband.de/
http://www.tierheilpraxis-horstmar.de/

Fisteln sind wie Warzen auch ein Zeichen dafür das der Körper etwas los werden will, Giftstoffe oder ähnliches. Fisteln können sich also nach getaner Arbeit zurückbilden. Soweit die Theorie...
Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter gehen!
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#6
[size=14][/sizeElfriede, danke für Deine Antwort. Das mit dem Wobenzym werde ich mit meinem Tierarzt besprechen. Das Mittel kenne ich zwar, aber dafür? Wäre ja schön, wenn tatsächlich hilft. Ich denke, hier gibt es keine so gefährlichen Nebenwirkungen, teuer ist es zwar auch, aber nicht so wie das Cicloral.

Lee1, die Fütterung habe ich ja gerade umgestellt, Getreide hat der Hund nie bekommen, zumindest keinen Weizen und Mais. Normalerweise "barfen" wir. Aufgrund dieser Studie bin ich auf Fertigfutter von Mera-Dog mit Lachs und Reis umgestiegen, wobei Reis streng genommen auch Getreide ist. Es ist aber weiter kein Getreide enthalten.
Ich glaube nicht, dass mein Hund die Haare verliert aufgrund der jetzigen Medikamente. So etwas kommt doch immer mit einiger Zeitverzögerung. Ich nehme an, es kommt von dem vorherigen Medikament, dem Cicloral, das ist "Chemotherapie". Es wird bei Organtransplantationen gegeben, um die Abwehrreaktion zu unterdrücken. Chemotherapie verursacht ja auch bei Menschen Haarausfall.

Hanna, bei meinem Hund ist die Fistel auch im Moment sauber und trocken. Ich werde demnächst mal sehen, ob ich das Predni H reduzieren kann, ich denke, 20 mg sind doch ziemlich viel. Wenn es nicht klappt, kann ich ja wieder erhöhen.

Also, wie es bis jetzt aussieht, werde ich wohl wirklich lebenslang behandeln müssen. Die Frage ist nur, wie lange "lebenslang" sein wird und ob der Hund eine ausreichend gute Lebensqualität behält. Und das Wobenzym ist wohl auch einen Versuch wert!

Und ab sofort wird jeder Hund, der sich viel leckt, kontrolliert!

Vielen Dank für Eure Ratschläge!
Marion
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#7
Hallo, mein Rüde hatte zwar keine Analfistel aber Fisteln an den hintern Pfoten. Es würde erst von Feb.-Mai. durch spülen und Antibotika versucht zu behandeln. Mal war es gut und dann wieder schlechter. Dann kam mitte Mai eine Op an einer hinter Pfote und das ergebniss ein Schock! Tiefe gänge und verzweigung bis hin zu den Sehnen. Danach kam das bangen bei jeden Verbands wechsel ob was kommt, der fall war beim dritten wechsel, wieder ein neuer fistelausgang. Unsere TA. wusste kein rat mehr und Überwies uns nach HH ( Tierärtliche Spezialisten Hamburg ). Dort das ergebniss eine Cortison Kur nur Über 6 Wochen und seid dem keine Probleme mehr. Dort sagte man uns auch das Fistel OP heut zutage nicht mehr notwendig sind. Ich wünsche dir viel Glück und hoffe das dein Hund schnell wieder Gesund wird. Gruss Nadine
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#8
Gondor, du schreibst:
" Fisteln sind wie Warzen auch ein Zeichen dafür das der Körper etwas los werden will, Giftstoffe oder ähnliches. Fisteln können sich also nach getaner Arbeit zurückbilden. Soweit die Theorie..."

Soweit mir bekannt ist, befällt diese Krankheit fast ausschließlich Schäferhunde oder Schäferhundmischlinge. Das spricht für mich gegen diese Theorie.
Ich werde wohl erst mal die Cortison Therapie weiter machen und dann schauen, ob meinem Hund das "Wobenzym" hilft. Als "Nachbehandlung" werde ich mal sehen, ob ich mit der Tierheilpraktikerin hier aus unserer Gegend aus Deiner Liste klar komme, vielen Dank dafür!
Nadine, Dir auch vielen Dank! Cortison ist zwar ein Teufelszeug, aber es hilft!
Marion
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#9
Hallo, bin durch den Beitrag hier auf das Forum gestoßen.. Meine Hündin leidet ebenfalls an analfisteln

Max-Seidl, welches wobenzym habt ihr verwendet? das würde ich ja auch probieren...
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#10
Hallo Chiara04
probieren kann man viel aber immer in Absprache mit dem TA.Dem Max würd ich eine PN schicken,ist ja fast ein Jahr her.
Gruß Fred
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