Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
degenerative myelopathie
#1
Hallo ihr lieben,

hat jemand von euch erfahrung mit degenerativer myelopathie machen müssen?
habe vor kurzem meine hündin aufgrund dieser diagnose, die leider nur im ausschlußverfahren zu treffen ist, einschläfern müssen.
ich hatte bis dahin noch nie etwas von dieser krankheit gehört.
verwundert hat mich das, weil wohl 1 % aller deutschen schäferhunde hiervon betroffen sein sollen. das halte ich nicht für ganz wenig...

lg, kerstin
Zitieren
#2
Hallo Kerstin

Tut mir leid, dass Du deine Hündin einschläfern musstest. Degenerativer Myelopathie, oder Cauda Equina, kann viele grosse Rassen treffen.

Ich hatte einen Briard und es wurde bei ihm festgestellt. Er war 11 als es diagnostiziert wurde, und die klassische Medizin half nichts mehr. Ich brachte ihn in den Tierklinik aber leider wurde nur HD festgestellt obwohl der Hund HD frei war. Unser jetziger Tierarzt merkte, dass mit ihm was nicht stimmt und stach ihn mit einer Nadel im Rumpf. Er reagierte überhaupt nicht - so vermutete er CD und forderte die Röntgenbilder ein. Komischerweise lag dann auch ein Bericht vor, der besagte, dass der Wirbelkanal sehr verengt war - von dieser wüssten wir nicht.
Der Rute hing relativ schlaff und als man ihm der Hinterfuss auf der Vorderseite kehrte, brauchte der Hund lang bis er es in der Grundstellung brachte. Sowas sagt man "überkoten".

Er hinkte stark, aber der TA rät mir, trotzdem kurze Spaziergängen auf flachen Gelände zu machen mit, damit die Muskelschwund nicht zu stark vorantrieb. Ich machte verschiedene Therapien mit unterschiedliche Erfolge und griff am Schluss zu Homeopathie (Traumeel und Teufelskralle). Das Hinken ging zurück und er lebte relativ gut 2,5 Jahre bis die Nieren versagte und ich ihn einschlief.

Vor ein paar Jahren war ein grosses Bericht im Schweizer Schäferhund Magazin aber inzwischen sind viele Artikeln im Internet.

Es grüsst Dich
Gill
Life, z.B. Hundesport, is really simple but we insist on making it complicated
Zitieren
#3
Hallo Kerstin,
erst einmal mein herzliches Beileid zum Tod Deiner Hündin !

Bekannte von uns haben vor einigen Wochen ihren erst 5 Jahre alten Schäferhund wegen der gleichen Erkrankung einschläfern müssen. Auch ihnen wurde in der Klinik gesagt, daß dies ein häufiges Leiden bei großen Hunden sei.

(Bei dem betreffendem Hund handelte es sich um einen Rüden aus der Hochzucht mit einer Größe von ca. 70 cm )

Bei den Symptomen fiel mir als erstes CES ein, jedoch sagten die behandelnden Ärzte, CES sei es nicht, sondern die Nervenzellen starben ab. ( Die Kanäle waren nicht verengt)

LG
Dina
Zitieren
#4
Hier ist ein interessantes Artikel die ich unter Eingeben v. Degenerativer Myelopathie bekam:

http://www.diensthundepraxis.de/Erkr_Beweg1.htm

Interessant ist, das beim Röntgen meiner DS, der A2 Hüfte hat, der TA in Deutschland sagte, er hat eine leicht schiefe Beckenlage und wird vermütlich A2 bekommen. Ansonsten sind seine Hüfte "hervorragend". Da der Briard das auch hatte, fragte ich ihn über Myelopathie und er empfiel mir nicht übermässig viele Sprünge zu machen mit dem Hund.

Unser TA hier meinte, das eine leicht schiefe Beckenlage nicht zwangsläufig mit CE in Verbindung gebracht werden könnte.

Gill
Life, z.B. Hundesport, is really simple but we insist on making it complicated
Zitieren
#5
Die degenerative myelopathie hat nichts mit spondylose, cecs oder hd zu tun. bei meiner hündin ist das folgendermaßen abgelaufen:
bis anfang november 2006 hatte sie keinerlei probleme beim laufen. sie tobte mit meiner jungen hündin sehr ausdauernd ohne jemals schmerzen zu zeigen. plötzlich fiel mir auf, daß sie leicht in der hinterhand schwankte, so als sei sie "betrunken".
röntgenuntersuchung beim meinem haustierarzt ergab spondylosebildung im lendenwirbelbereich mit brückenbildung. nach cortisongabe und magnetfeldtherapie zeigte sie bereits nach zwei tagen keinerlei beschwerden mehr. ende dezember dann wieder die gleichen symptome, zusätzlich verlor sie hin und wieder einfach die kontrolle über ihre hinterhand und brach im vollem lauf plötzlich hinten weg, sprang irgendwo runter und landete nicht auf ihren hinterpfoten, sondern auf dem bauch. alles ohne jegliche schmerzäußerung, man hatte nur das gefühl, daß sie etwas verwundert war. gleiche behandlung wie beim ersten mal brachte keinerlei verbesserung. am 29. dezember konnte sie plötzlich überhaupt nicht mehr laufen, die komplette hinterhand war gelähmt. verdacht meines haustierarztes lautete: akuter bandscheibenvorfall.
ein am gleichen tag angefertigtes ct in der tierklinik göttingen zeigte dann vier bandscheibenvorfälle (keiner davon akut!), spondylose im lendenwirbelbereich grad 4, spondylose in der halswirbelsäule grad 1. bereits vor dem ct befürchtete der behandelnde neurologe, daß es sich hierbei um etwas schlimmeres als "nur" ein bandscheibenproblem handeln könnte, da die krallen an ihren hinterpfoten übermäßig abgewetzt waren. dieses leichte zehenschleifen machte der hund allerdings bereits seit drei jahren. weiterhin war die nervendurchlässigkeit nicht unterbrochen, so daß die geschädigten bandscheiben eine komplette lähmung nicht erklärten. eine op kam nicht in frage, da bei vier wirbeln eine instabilität der wirbelsäule die folge gewesen wäre. daraufhin wurde sie fünf tage am dauertropf mit cortison und steroiden behandelt. es zeigte sich keinerlei veränderung, die hündin konnte noch nicht einmal stehen!! ein weiterer test auf myastenia gravis war ebenfalls negativ. die prognose des neurologen: mehr als unwahrscheinlich, daß der hund jemals wieder auf eigenen beinen stehen könnte, geschweige denn laufen können wird.
das wollte ich meiner immer bewegungsfreudigen und verspielten hündin nicht antun. schweren herzens habe ich sie dann nach insgesamt 8 tagen gehen lassen, sie ist in meinen armen eingeschlafen.
manchmal mache ich mir vorwürfe, daß ich vielleicht doch zu früh aufgegeben habe. allerdings ist diese erkrankung weder therapier- noch heilbar. die nervenzellen des rückenmarks zerstören sich selbst. ist also eine autoimmunkrankheit. sorry, ist jetzt etwas lang geworden. ich bin davon ausgegangen, daß es hier evtl. noch mehrere betroffene gibt, da diese krankheit ja immerhin 1 von 100 schäferhunden treffen soll. wahrscheinlich ist die dunkelziffer noch höher, da ja nur im recht aufwändigen ausschlussverfahren zu diagnostizieren.

lg, kerstin
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 2 Gast/Gäste