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Hi Leute,
hat jemand erfahrung mit wachstumsprobleme ( knochenhautentzündung / Röhrenknochenentzündung) beim junghund?
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Hallo Lady Saphir,
ich hatte 'das Vergnügen' bei zwei meiner Rüden. Was fütterst Du? Ein Trockenfutter mit einem zu hohem Proteinwert, bez. Proteine, welche vom Hund nicht verwertet werden können ist wirklich schädlich. Zuviel Getreide ist nicht gut. Bei Gino habe ich relativ schnell auf morgens Barf und abends Sensi-Plus (Josera) umgestellt.
Zudem ist Schonung angesagt, keine Sprünge, nichts, was die Knochen belastet. Sprich, das Training muss zurückgesetzt werden - bis auf die Fährte. Aber alle abruppten Bewegungen,anhalten, muss zurückgesetzt werden. Meine beiden Herren haben zudem Metacam erhalten. Doch lasse Dich dann nicht von dem 'neuen Lebensmut' verleiten, verfrüht mit dem Training zu beginnen.
Ich war bei einem Ortopäden und seine Anweisung lautete. Kein Training auf dem Hundeplatz. Fährte, ja, Suchspiele, Denkaufgaben, alles, was den Hund auslastet, doch nicht belastet. Sogar die Spielstunde wurde gestrichen, wegen möglicher Verletzungsgefahr.
Nein, leicht war es nicht, Doch im Nachhinein hatte mein TA Recht behalten.
Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
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Getreide aus der Ernährung streichen als 1. Maßnahme. Ansonsten, wie schon geschrieben, wenig belasten
Die größte Leistung besteht darin, nicht andere, sondern sich selbst zu übertreffen
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Jupp, alles in der Ernährung vermeiden was Entzündungsprozesse fördert, also Getreide (mit Ausnahme vom Hirse, die verhält sich diesbezüglich neutral). Auch das Fett von Landtieren hat eine entzündungsfördernde Wirkung, also eher mageres Fleisch verfüttern. Den Fettgehalt mit einem guten Omega 3-6-9-Öl ausgleichen, allerdings auch die "üblichen Küchenöle" meiden (wegen entzündungsfördernden Inhaltstoffen), also sowas wie Sonnenblumen-, Distelöl etc. Und durch die Rationsmenge darauf achten dass der Hund möglichst langsam und gleichmässig wächst.
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Ich denke dass Du Panostitis meinst. Es ist eine KnochenMARKentzündung, keine Knochenhautentzündung!
Es ist eine Krankheit die schnell wachsende, große Rassen gerne mal bekommen.
Man weiss nicht, woher es kommt, es wird viel gemutmasst, aber die genauen Ursachen sind ungeklärt, bis darauf dass die Panostitis bei Wachstumsschüben auftritt.
Sicher diagnostizierbar durch Röntgenbilder, allerdings erst im fortgeschrittenen Verlauf (mindestens 2-4 Wochen Beschwerden). Der Tastbefund eines erfahrenen Tierarztes mit typischem Druckschmerz an den Röhrenknochen ist aber ebenfalls recht eindeutig. Die Stellen, die schmerzen, "springen" häufig sehr schnell, z.B. tut heute das rechte Hinterbein weh, und morgen das linke Vorderbein.
Panostitis wird ausgelöst durch Wachstumsschübe, und für die ist schlicht und ergreifend zu viele, nicht verwertbare Energie im Futter verantwortlich.
Sprich: Du solltest die Futtermenge überdenken und restriktiv füttern, ohne ihn abmagern zu lassen, und vor Allem Fett im Futter reduzieren.
Nächstes, leider auch bei Tierärzten, unausrottbares Märchen: Eiweiss = Energie. NEIN! Der Junghund BRAUCHT Eiweiss, denn das ist dazu da ihn überhaupt gesund wachsen zu lassen... Und wenn man Energie reduzieren möchte dann bitte
nicht über eine Einschränkung von Eiweiss, sondern über die Einschränkung der Gesamtfuttermenge und des Fettanteils!
Manche Ärze wollen das Calzium reduzieren in der Nahrung, aber für die Verantwortlichkeit von Ca für Panostitis gibt es keinen Beweis und bei Junghunden im Wachstum wäre ich sehr vorsichtig was eine Reduzierung des Ca im Futter angeht.
Panostitis tritt in Schüben auf und dann ist tatsächlich strikte Schonung das Einzige, was hilft. Das bedeutet: Wirklich nur zum Pinkeln und Haufen machen vor die Türe, keine Spaziergänge, auch keine kleinen!
Ein entzündungshemmendes Mittel ist während eines Schubs angebracht. Ich hatte Panostitis bei meinem John-Boy und habe da gute Erfahrungen mit Dexboron forte gemacht.
Sei vorsichtig mit der zusätzlichen Gabe von Schmerzmitteln, das verträgt sich oft sehr schlecht. Wenn der Hund zu sehr humpelt und Schmerzen hat, muss aber ein Schmerzmittel her, ansonsten kommt es durch das Humpeln - einseitige Belastung - schnell zu einer Überbelastung der gesunden Gliedmassen und da hast Du dann plötzlich das nächste Problem, z.B. in Form von Knochenabsprengungen im Ellenbogengelenk durch die Überbelastung.
Man sollte, um sofort auf dfiese Schübe reagieren zu können, immer einen kleinen Vorrat Dexboron und z.B. Rimadyl im Haus haben.
Bei uns wurde sie definitiv durch zu fettreiches Barfen ausgelöst, ich hatte damals sehr fette Karkassen gefüttert. Meiner hatte 3 oder 4 solcher Schübe, bis ich den Zusammenhang mit den Karkassen / Fett endlich geschnallt hatte.
Damit der Kleine in dieser Zeit nicht durchdrehte, habe ich ihn geistig stark beschäftigt... ich war fast jeden Tag fährten (nur Minifährten von rund 50 Schritten) und habe ihm Intelligenzspielzeug gekauft, mit dem ich mehrmals am Tag gearbeitet habe.
Ich habe damals Dexboron, bei Bedarf Rimadyl, dazu Traumeel und MSM gefüttert / gegeben.
Panostitis ist schmerzhaft, ärgerlich und ätzend... aber nicht wirklich gefährlich, bis auf die Gefahr der Folgeerkrankungen durch Über und Fehlbelastung. Nach Ende des Wachstums ist es normalerweise ausgestanden, also im Alter von ca. 1 Jahr.
Oft kriegt man es auch eher wieder in den griff, so war es zum Glück bei uns.
Gruß Bettina
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Eine Knochenmarkentzündung ist eine Osteomyelitis. Die wird mit Antibiotika behandelt. Bei der Panostitis handelt es sich um eine Entzündung am Knochengewebe (das kann auch die sog. Knochenhaut sein), die mit Entzündungshemmern behandelt wird.
Leider können nicht alle Tierärzte das eine vom anderen unterscheiden. Weswegen manchmal Hunde "mit Wachstumsschmerzen" völlig erfolglos über Monate mit Metacam oder Rimadyl etc. traktiert werden. Vor allem bei einer vorausgegangenen Hals-/Mandelentzündung sollte man bei einer vom Tierarzt diagnostizierten Panostitis spätestens dann, wenn der eingesetzte Entzündungshemmer nicht nach wenigen Tagen eindeutig Wirkung zeigt, an eine Osteomyelitis denken und ein entsprechendes Antibiotika einsetzen.
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Doch und nicht nur die Gesamtenergiemenge, sondern auch Proteinüberschuss spielt bei der Entwicklung dieser Probleme eine Rolle. Protein ist zwar nicht direkt an der Wachstumsgeschwindigkeit beteiligt, aber direkt am Knochenstoffwechsel, den ein Überschuss stört. Auch ein Überschuss an Calcium/Phosphor kann Probleme dieser Art auslösen, vor allem aber der schon genannte Energieüberschuss.
Entzündungshemmende Öle sind Fischöle, Hanföl, Leinöl.
Wenn du Trockenfutter fütterst, geh mit der Gesamtenergiemenge runter, geh mit dem Eiweiß unter 25%, aber nicht unter 20%. Und diese Proteine dann nicht aus Erbsenfasern und co, sondern auch Trockenfleisch oder Fleischmehl. Fett ungefähr die Hälfte vom Proteinwert. Getreidefreie Trockenfutter sind nicht unbedingt vorzuziehen, da sie oft genausoviele oder sogar mehr Kohlenhydrate mit entzündungsfördernden Potential enthalten können als nicht-getreidefreie.
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