Das Leistungshundeforum
HD Junghunde / Welpen - Druckversion

+- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de)
+-- Forum: Ernährung / Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=23)
+--- Forum: Gesundheit (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=25)
+--- Thema: HD Junghunde / Welpen (/showthread.php?tid=970)

Seiten: 1 2


HD Junghunde / Welpen - carsten schulze - 10-01-2007

Als ich heute Mittag meine derzeitig liebste Fernsehsendung "Menschen, Tiere & Doktoren" auf VOX sah, hat`s mir fast die Sprache verschlagen.

Folgender Beitrag wurde gesendt:

Eine junge Schäferhündin, ca. 4 Monate, wurde wegen Hüftbeschwerden geröntgt. Aufgrund des Verdachts auf HD hat man in der Tierklinik Duisburg-Alsterlagen eine OP vorgenommen, von deren Methode ich bis jetzt noch nichts gehört / gewusst habe.
Ein Prof. .... hat in der Leiste einen Schitt gesetzt und mit einer Art Lötkolben an der Gelenkpfanne einen Eingriff durgeführt, um das Wachstum der Gelenkspfanne dahingehend zu beeinflussen, das diese so wächst, dass sich wohl eine normale Gelenkpfanne nach Abschluß der Wachstumsphase gebildet hat.
Dem Hund wir somit ein schmerzfreies weiteres Leben beschert, so der Wortlaut.

Aaaaaaber, jetzt kommt´s:

Laut diesem Prof. ist dieser Eingriff auch nicht durch das HD-Hauptröntgen nachweisbar und er stellte die Vermutung auf, dass es wohl Züchter gibt, die einen solchen Eingriff vornehmen lassen. Dann, wenn Sie später ein A1,A2 oder A3 bekommen, mit diesen Hunden auch züchten. Hiermit würde billigend in Kauf genommen, dass hier Nachzucht auf den Markt kommt bei denen es vorprogrammiert ist, das diese auch kein A bekommen würden, da ja genetisch bedingt.

Für den Hund selbst find ich es ja o.k., aber sollte es nicht eine Meldepflicht :deal: gegenüber dem SV bzw. anderer Rassehundezuchtvereine geben, wenn eine derartige OP ausgeführt würde :?: :?: :?:.

Gerade Aufgrund der Diskussionen um die Gesundheit des DSH empfinde ich es als einen Schlag ins Gesicht, wenn hier keine Meldepflicht bestehen würde.

Was meint Ihr ???


- sabess - 10-01-2007

hallo carsten,

hab ich auch überlegt, aber ich bin doch kein züchter.

wenn ich mir aber vorstelle, es könnte mein künftiger hund sein, der vielleicht hd bekäme, dann verschlägt es mir die sprache!
da müßt es wirklich eine meldepflicht geben oder aber, selbst in diesem alter gesagt werden zuchtverbot!!

vg sabine :hallo:


- Sandra81 - 10-01-2007

Hi,

also da schließe ich mich meiner Vorrednerin an.

In so einem Fall sollte es wirklich eine Meldepflicht geben.
Da es nicht nur uns als Besitzer, sondern auch den Züchtern passieren könnte die Nachzucht eines solchen Hundes zu kaufen.

Viele Grüße


- Antje - 10-01-2007

Hallo Ihr,

Auszug aus der Zuchtordnung des SVs (Fassung 2006):

"4. Zuchtwert und Zuchtzulassungen
...
4.1.4 Zur Zucht nicht zugelassene Hunde:
...
d) Operative Eingriffe am Hund zum Zwecke der Korrektur oder zur Erlangung bzw. als Verbesserung einer vorhandenen Zuchtbewertung (z.B. Ohren, Rute, Zähne, Hoden, Skelett) führen zum Zuchtverbot und ziegen ein vereinsinternes Ordnungsverfahren gegen den/die Eigentümer nach."

Nach Aufnahme dieses Paragraphen in die Zuchtordung wurde mehrfach in der SV-Zeitung veröffentlicht, daß Operationen am Skelettapparat dem Zuchtbuchamt anzuzeigen und von diesem in die Ahnentafel einzutragen sind.

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, daß durch solch einen Eingriff aus einer a5-Hüfte eine a1-Hüfte wird.

Grüße

Antje


- Gilette - 10-01-2007

Seltsam, ich habs heut auch gesehen, aber kein Beitrag über ne HüftOP.
Ein Husky mit Star, dem das Auge entfernt wurde und ein Goldiewelpe mit verschluckter Pfeife.
Aaaaber; da wir grad dabei sind: Ziemlich berührt hat mich die Storie von dem grauen Schäfer, der von einem LKW-Fahrer von der Autobahn geklaubt wurde, nachdem er dort aus einem Hundeanhänger gefallen/gesprungen war. Der Hund kam mit einer schweren Schädelverletzung sowie total zerstörten Ballen in die Klinik, an den Ballen musste ewig rumgedoktert werden und es war bis zuletzt unklar ob es je wieder wird. Erschreckend: Nach Aussage des Kommentators wurde bis heute kein Besitzer ermittelt. Niemand hat den Hund als vermisst gemeldet. Es handelt sich um einen grauen, ca. 3-4jährigen Rüden. Finde ich hart, wer tut sowas? Ich meine, das merkt man doch, wenn einem der Hund aus dem Hänger fällt - spätestens zu Hause!


- Welfen - 11-01-2007

Hallo Antje,
zu eben diesem Absatz habe ich erst vor kurzem eine e-mail-Korrespondenz mit dem Zuchtbuchamt geführt. Mir ist dieser Absatz zu pauschal und für mich als Züchter nicht klar genug formuliert.

Nehmen wir z. B. einen Hund mit Bandscheibenvorfall - egal ob nun gentisch bedingt oder nicht. (Das Beispiel hatte ich auch dem Zuchtbuchamt genannt). Dieser wird operiert und darf dann nicht mehr in die Zucht. Wird der selbe Hund aber mit Medikamenten einigermassen schmerzfrei gehalten, darf er in die Zucht. Nicht ganz nachvollziehbar.

Oder was ist, wenn ein Hund über ein Hindernis springt, blöd abrutscht und sich einen Lauf bricht. OP ist fällig. Darf er nun in die Zucht oder nicht? Du sagst jetzt sicher "Klar, ist ja nicht zum Zwecke der Erlangung oder Verbesserung einer ZB". Leider ist es nicht so einfach, wie die Diskussion zeigte. Denn was verstehst Du unter dem Satz "zum Zwecke der Korrektur.."? Obwohl bei einem Beinbruch die Sachlage ja relativ klar ist. Aber dann gehört der Absatz entsprechend formuliert.

Sinn und Zweck dieser Regelung ist es ja, Hunde mit genetisch bedingten Defekten aus der Zucht auszuschliessen. Soweit so gut. Ist ja auch das, was wir wollen.

Aber mir fehlt hier die Differenzierung zwischen genetisch bedingten oder (z. B. durch einen Unfall) erworbenen Defekt. Das habe ich auch mit dem Zuchtbuchamt diskutiert. Meiner Meinung nach kann bei manchen Verletzungen nur von Fall zu Fall entschieden werden.

Problemtisch wird es nur, wenn bei manchen Krankheiten nicht sicher feststellbar ist, ob die Ursache nun genetisch bedingt ist oder nicht (z. B. CES). Bei CES können sowohl genetische bedingte als auch erworbene Ursachen der Auslöser für dieses Syndrom sein.
Oder ist ein Bandscheibenvorfall genetisch bedingt oder nicht? Schwierig zu beurteilen. Da würde wohl der eine oder andere Hund durch das Raster fallen.

Das Thema wird nun in der Zuchtausschusssitzung im Frühjahr wohl behandelt werden, da auch das Zuchtbuchamt der Meinung ist, dass hier mehr Klarheit für die Mitglieder geschaffen werden sollte, siehe nachfolgende e-mail.

----- Original Message -----
From: SV-HG - Fath Anne
To: 'Heidi Hoffmann'
Sent: Tuesday, December 19, 2006 10:53 AM
Subject: AW: Anfrage zur Zuchtordnung


Sehr geehrte Frau Hoffmann,

bezüglich Ihrer mails vom 4.12. und vom 9.12. können wir Ihnen folgendes mitteilen:

Die Zuchtordnung in Ziffer 4.1.4 Absatz d) regelt das Zuchtverbot aufgrund eines operativen Eingriffes. Hierbei wird nicht unterschieden zwischen vererblich oder traumatisch bedingten Ursachen.

Im Falle des Bandscheibenvorfalles müssen wir den jeweiligen Einzelfall betrachten, wir können hier nicht pauschal eine Auskunft erteilen. Für die Beurteilung würden wir weitere Unterlagen benötigen, z. B. tierärztliches Attest und Röntgenaufnahmen vor der Operation. Erst dann könnte zu dem Fall Stellung genommen werden.

Generell sind die Ursachen für einen operativen Eingriff sehr vielschichtig. Der Absatz 4.1.4 d bezieht sich auch nicht auf die 4.1.4 c aufgeführten Mängel, sondern auf sämtliche operativen Eingriffe am Hund so wie unter 4.1.4 d beschrieben.

Auch wir sind der Meinung, dass hier für die Mitglieder mehr Klarheit herrschen muss. Deshalb ist dieser Punkt bereits für die Tagesordnung der nächsten Zuchtausschusssitzung vorgesehen, damit dort beraten werden kann. Wir bitten Sie deshalb, unser Schreiben zunächst als Zwischenbescheid zu betrachten, wir werden Sie nach den Frühjahrssitzungen über die Sache wieder informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Anne Fath

------------------------------------------------------------------------------------
Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e.V.
- Hauptgeschäftsstelle -
Steinerne Furt 71
86167 Augsburg
Tel.: +49 821 74002-13
Fax: +49 821 74002-9913
http://www.schaeferhunde.de







- Juma - 11-01-2007

Zitat:Original von Gilette
Aaaaber; da wir grad dabei sind: Ziemlich berührt hat mich die Storie von dem grauen Schäfer, der von einem LKW-Fahrer von der Autobahn geklaubt wurde, nachdem er dort aus einem Hundeanhänger gefallen/gesprungen war. Der Hund kam mit einer schweren Schädelverletzung sowie total zerstörten Ballen in die Klinik, an den Ballen musste ewig rumgedoktert werden und es war bis zuletzt unklar ob es je wieder wird. Erschreckend: Nach Aussage des Kommentators wurde bis heute kein Besitzer ermittelt. Niemand hat den Hund als vermisst gemeldet. Es handelt sich um einen grauen, ca. 3-4jährigen Rüden. Finde ich hart, wer tut sowas? Ich meine, das merkt man doch, wenn einem der Hund aus dem Hänger fällt - spätestens zu Hause!

Ja, diese Folge habe ich auch gesehen. Ich fand es auch unverständlich, daß sich keiner gemeldet hat. Allerdings ist der Vorfall wohl erst vor 2 oder 3 Wochen passiert. Wer weiß, ob sich in der Zwischenzeit nicht doch der Besitzer gemeldet hat.


- Gilette - 11-01-2007

Guckst Du erst nach 2-3 Wochen in Deinen Hänger wenn Du unterwegs warst? (Nicht bös gemeint) Nein, klar hofft man doch noch auf späte Einsicht oder die Verwirrungen der Bürokratie, aber merkwürdig ist es schon. Was mich besonders aufregt ist die Tatsache, dass der Hund ja aus einem Hundeanhänger gestürzt ist und diese i.d.R. von Menschen benutzt werden, die schon etwas mehr mit Hunden zu tun haben (Sportler, Züchter, Händler). Es gibt immer wieder Arschlöcher, die Hunde auf irgendeine Weise "entsorgen", aber so war es ja hier eben nicht. Und den weitergesponnenen Gedankengang es könnte sich hier aus reinem Geiz, Profitdenken oder Geringschätzung niemand melden lässt mich gruseln.


- suslan - 11-01-2007

Hallo,

ich hab diese Sendung zwar nicht gesehen, aber vor einiger Zeit eine andere, wo es auch um einen grauen DSH ging, der aus dem Hänger gefallen war.

Nur bei diesen DSH haben die Besitzer sofort nach ihrem Hund gesucht. Das war für sie allerdings nicht so einfach, weil sie erst nach einigen Kilometern (ich hab mehr im Kopf wieviele ...) gemerkt haben, daß der Hund aus dem Hänger raus ist.

Ich finds schon furchtbar, daß sowas überhaupt passiert, hab aber irgendwie den Verdacht, daß es vielleicht der selbe Fall ist und es vielleicht nur ins Konzept der Sendung besser passte, daß die Besitzer nicht ausfindig gemacht werden konnten (ist ja einfach mal "skandalöser"). Den Pseudo-Dokumentationsformaten der privaten Sender trau ich da eine ganze Menge zu.

Gruß,

Claudia


- Penny - 11-01-2007

Habe die Sendungen auch gesehen wo es um diese beiden Hunde ging.

Das mit dem grauen Schäferhund fand ich sehr traurig, zumal es sich meines Erachtens nicht um einen ausgewachsenen Hund gehandelt hat, sondern um einen jungen Hund. Ist für mich auch nicht verständlich, dass man es nicht merkt, wenn man einen Hund aus dem fahrenden Hänger "verliert".

Von der Methode mit dem 4 Monat alten Schäferhund hab ich auch noch nichts gehört. Hätte sich die angebliche HD nicht auch noch verwachsen können in diesem Alter, zumal ohne Narkose geröntgt wurde. :?:

Ich habe meinen Rüden damals mit 6 Monaten vorröntgen lassen und auch da wurde mir gesagt, dass die Hüfte auf der einen Seite so kaputt wäre, dass er ein künstliches Hüftgelegt benötigen würde. Habe mich dann mit den Röntgenbildern zu einem anderen Tierarzt begeben und ihn nochmals röntgen lassen. Dieser hat nochmals Bilder gemacht und mich dann beruhigt. Die Hüfte wäre zwar nicht ganz in Ordnung aber keineswegs so schlimm, dass man ein knünstliches Hüftgelegt bräuchte. Auf den Bildern vom 1. Tierarzt hat man auch gesehen, dass der Hund überhaupt nicht gerade gelegen hat!!

Mein Rüde hat seinen "a" Stempel bekommen (wurde später bei einem 3. Tierarzt geröntgt). Auch dieser hat gemeint, nach Ansicht des 1. Röntgenbildes, dass dieses eine Fehldiagnose gewesen wäre.
So kann es gehen!