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Therapiehunde - sabess - 22-11-2007

Kann mir dazu jemand etwas Genaueres zu den Gesetzlichkeiten sagen?

Also ich möchte meine Hündin ( fast neun, BH, Agi A2) mit an unsere Schule nehmen und sie nebenbei in der Klasse mitlaufen lassen.
Die Schüler kennen sie schon und sie fühlt sich dort auch sehr wohl, wir haben sehr viele ADS/ ADHS - Schüler.

Mein Problem: Von Seiten des Schulamtes soll es nun so sein, daß keinerlei " Viecher" im Schulhaus sein dürfen. Wie wird das bei Euch gehändelt?

Wo finde ich denn nun da was drüber oder wie kann ich es ganz offiziell gestalten?

Fragende Grüße
Sabine


- Conni - 23-11-2007

Grundsätzlich ist es richtig, dass keine Tiere in der Schule sein dürfen. Ausnahmen gibt es aber.
Der Rektor kann Dir die Erlaubnis geben, den Hund "im Rahmen des Unterrichts/eines Schulprojektes" mitzubringen (so eine Erlaubnis muss er z.B. auch geben, wenn in einer Klasse ein Aquarium oder im Bioraum evtl. Kleintiere gehalten werden).
Trotzdem ist das Ganze nicht unproblematisch: Ich würde mir auf jeden Fall zusätzlich die schriftliche Erlaubnis ALLER Elternteile einholen.
Zudem kann es Dir passieren, dass, wenn Eltern anderer Klassen das mitkriegen, es Beschwerden oder Einwände geben kann (Kind hat Allergie, Kind hat Angst, Mutti hat Angst ums Kind... usw.). Stell es Dir also nicht zu einfach vor.
Und: Du sagst, "einfach so mitlaufen lassen". Sind ja auch ein paar Stunden, Hund muss sich also auch zwischendurch mal lösen gehen. Ich kann mir vorstellen, dass es da möglicherweise auch Einwände geben wird, wenn Du regelmäßig in den Pausen mit dem Hund zum pieseln da irgendwo vorm Schulhaus auf den Grünstreifen gehst... (auch wenn's große Geschäft mit einer Tüte weggemacht wird).
Ich würde folgendermaßen vorgehen:
1. Rektor ansprechen, Projekt vorstellen (was stellst Du Dir vor, welche Vorteile erhoffst Du Dir, wie soll es praktisch aussehen usw.) und generelle Meinung einholen.
2. Elternabend bzw. Elternrundbrief, ebenso (= allgemeine Stimmung ausloten).
3. Schriftliche Zustimmung von Rektor und den Eltern einholen.
Eins noch:
Ein "Therapiehund" wird Dein Hund durchs einfache Mitbringen allerdings noch nicht... und Du solltest ihn auch deshalb nicht so bezeichnen. Denn dafür braucht ein Hund eine Extra-Ausbildung.
Die Bezeichnung "Therapiehund" wird momentan allerdings auch recht inflationär verwendet, z.B. für Hunde, die ins Altenheim oder eben in Kindergarten/Schule mitgenommen werden, allerdings sind das dann eher "Besuchshunde" (wenn man denn unbedingt eine besondere Bezeichnung für den Hund braucht).


- Andi - 23-11-2007

Hallo Sabine,

ich wurde von der Klassenlehrerin meines Sohnes auch gefragt, ob ich bereit wäre im Rahmen einer Projektwoche mit dem Hund in die Schule zu kommen.
Grundsätzlich war ich bereit dazu und der Rektor hatte auch nichts dagegen,
wenn alle Eltern dem zustimmen würden.
Leider ist es dann nicht dazu gekommen, weil zwei Eltern Bedenken hatten.

Wenn man so etwas vor hat,finde ich auch das es wichtig ist,das alle Eltern dahinter stehen.
Man geht zwar nicht davon aus, aber wenn dann mal etwas sein sollte, z.B. Allergie, Kind springt Hund an und fällt oder so, ist das gejammere groß.

Aber so eine Idee ansich, würde ich immer unterstützen.

Gruß, Andreas :hallo:


- sabess - 23-11-2007

Dankeschön für Eure Antworten, das ist echt hilfreich für uns.

Ich weiß schon, daß es nicht einfach und auch die Bezeichnung Therapiehund an sich, nicht wirklich richtig ist!

Ich führe mal aus:

Meine Hündin war schon öfters im Schulhaus, klaro immer an der Leine.
Sie wurde Schülern vorgestellt, die keinerlei Probleme mit Hunden oder Allergieen hatten und von unserer Direktorin bekommen wir jeder Zeit Unterstützung. Die Schüler durften die Hündin, mit mir ausführen und ich mußte schon sehr auf die örtlichen Gegebenheiten achten. Zugute kam uns, daß in direkter Nachbarschaft ein Freilaufgelände für Hunde ist.
Elterngenehmigungen, hm, daran hatte ich nicht gedacht, aber das kann man ja noch immer tun.

Projektmäßig führen wir, hier bei uns, auch einen Streichelzoo, ehemals mit 5 Meerschweinchen und 4 Kaninchen.
Leider wurden 6 Tiere aus dem Außengehege, an einem WE, herausgetrieben, erschlagen und/ oder ersäuft in unserem Biotop.
Nun suchten wir nach einer Unterbringung in der Schule( für´s WE nur), aber wurden da sofort belehrt ( Wirtschaftsleiterin), daß keinerlei Tiere in der Schule sein dürfen.
Wo finde ich denn die gesetzlichen Gegebenheiten dazu? Erst wenn ich die kenne, weiß ich, wie ich weiter vorgehen kann.

LG Sabine


- Zimmi - 14-12-2007

Hallo Sabess,

wenn du noch Infos brauchst, melde dich bei mir.

Gruss Zimmi


- Tim Nowak - 14-12-2007

Ganz ehrlich in der Schule haben Tiere nichts zu suchen, die ist zum lernen da. Ich würde auch nicht wollen das jemand fremdes in der Schule mit dem Hund bei meinen Kindern rumspielt.
Dann bringt nachher jeder irgendein Tier mit.

Schule sollte zum lernen sein, ich weiß worüber ich rede.

Lieber mehr Disziplin in der Schule und mehr Stunden damit wir ein wenig in der Wirtschaft konkurrieren können.


- Andi - 14-12-2007

Zitat:Original Tim Nowak
Ganz ehrlich in der Schule haben Tiere nichts zu suchen, die ist zum lernen da. Ich würde auch nicht wollen das jemand fremdes in der Schule mit dem Hund bei meinen Kindern rumspielt.

Ich glaube die Einstellung ist etwas überaltert.Heute sollte es moderner zugehen.
Ich denke das auf so eine Art der Unterricht auch mehr Spaß macht.
Bei Kindern die Sabine betreut können Tier sehr hilfreich sein.
Sicher ist die Schule zum lernen da, aber was spricht dagegen bei bestimmten Themen" Anschauungsmaterial zu "haben.
Das das nicht immer geht ist klar.Auch sollte so etwas nicht in Zirkus ausarten.

Zitat:Schule sollte zum lernen sein, ich weiß worüber ich rede.

Hast du da schlechte Erfahrung gemacht?

Zitat:Lieber mehr Disziplin in der Schule und mehr Stunden damit wir ein wenig in der Wirtschaft konkurrieren können.

In diesem Sinne :c: :c: oder meintest du die andere Wirtschaft :pf: :w:

Gruß, Andreas


- Conni - 14-12-2007

Zitat:und mehr Stunden damit wir ein wenig in der Wirtschaft konkurrieren können.
Wieviel Stunden hättest Du gern? Mein Sohn hat bereits seit der 7. Klasse an mehreren Tagen in der Woche 8 Stunden - d.h. Schulschluss um 15.30 Uhr....aber noch nicht Feierabend, denn Hausaufgaben müssen auch noch gemacht werden.
Heißt also, dass er mit grade mal 13 Jahren zeitmäßig bereits einen Vollzeitjob hat.
Und dabei noch das große Glück, dass er nur einen kurzen Schulweg von 30 Minuten hat... wann seine Klassenkameraden aus den umliegenden Dörfern, die auf Busse angewiesen sind, endlich zuhause sind, kann man sich ausrechnen.
Aber noch mehr Stunden hätten schon einen Vorteil:
Könnte ich ja das Kinderzimmer vermieten - nur zum kurz mal Schlafen reicht ja auch 'ne Pritsche im Wohnzimmer...


- sabess - 14-12-2007

Hallo Tim,

dazu kann ich Dir leider nur antworten: Denn sie wußten nicht, was sie schreiben............

Ich möchte hier auch keine längere Abhandlung schreiben, nur so viel:

Gerade in der heutigen konkurrierenden Zeit ist oftmals das Haustier, fast der einzige Sozialkontakt.....

Ich weiß nicht, in welcher Zeit Du lebst..... Hast Du schon eigene Kinder, vielleicht behindert oder halt " etwas anders"?

Ich meine, familienpolitisch müßte sich vieles ändern, wirtschaftpolitisch sowieso...................; aber ehrlich: das gehört garnicht hierher, sondern es war eine einfache Frage oder?!

Und wen es interessiert, ich bekomme durch meine Arbeit sehr viel zurück, was ich investiere, egal ob Kraft oder Emotion, Wissen oder Können!

Du weißt nicht, was Du schreibst.....

Ich habe einen Mann, der wirklich körperlich arbeitet, mein Lohn vielleicht mit verdient, aber selbst der hat mehr Verständnis für meine Arbeit.

Wir haben z.B. einen Schüler, der seit er in unsere Schule gekommen ist, nicht oder nur sehr selten sprach. Mit unseren Tieren vom Streichelzoo oder meiner Hündin, die einen Tag lang Gast in unserer Klasse war ( von 8 Uhr bis 15. 30 Uhr Unterrichtstag), sprach er sehr ernst und sehr gut seinen Willen aus und hat Kontakt zu seinen Klassenkameraden gefunden!

Bitte, in unserer Wirtschaft gibt es viele, sehr viele Menschen, die allein nicht wirklich produktiv sein können, aber als Gemeinschaft schon!

Ansonsten könnt ich und viele andere in ein sehr depressives Loch fallen, was da hiesse: Unproduktiv usw. usf.
Und willst Du wirklich derjenige sein, der sagt: der ist noch produktiv und lebenswert und dieser nicht?!

Fragende Grüße
Sabine

PS.: Vielleicht zu hart, aber ich bin da ehrlich und ab und an sehr sensibel.........


- Janine - 15-12-2007

Ich glaube, als HF findet man die Möglichkeit einen Hund in eine Schulklasse einzubinden generell interessant und förderlich (studiere momentan selbst noch auf Lehramt und so Gedanken sind mir somit nicht vollkommen fremd Big Grin ) .
Nur ist das Problem, dass das viele Eltern nicht so sehen.

Und irgendwie ist es aus der Sicht der Eltern, die allenfalls im Zoo eine Giraffe von 'nem Elefanten unterscheiden können, auch nachvollziehbar.

Wie wäre es denn, wenn du im Rahmen einer Projekwoche o.ä. den "Hund" thematisierst und auch mal einen Hundeplatz besuchst?! Dabei kann man schonmal gut feststellen, wie offen Schüler und Eltern an dieses Thema gehen und kannst den ganzen Kontext "(Sport-)Hund" auch mal nahebringen...

Leider hat heutzutage nicht mehr jedes Kind die Mgl. mit Tieren großzuwerden. Das sieht man ja daran, dass viele Kinder glauben, Kühe seien lila und Fisch sehen aus wie die Stäbchen von Iglo (kein Witz - hat ne Studie ergeben!!! -w- ).
Klar sind das Extremfälle, aber irgendwoher muss sowas doch kommen. Und das solche Eltern 'nem "freien" Hund in der Klasse skeptisch gegenüberstehen ist unter *den* Umständen auch irgendwie nachvollziehbar.

Die Projektwoche wird wohl als einzige Möglichkeit übrigbleiben, den Hund in den Unterricht einzubinden. Im normalen Schulalltag ist wohl allenfalls ein "eingesperrtes" Tier (wie Fische, Hamster, Meerschweinchen) erlaubt.

Aber naja, irgendwie ist das ja auch richtig. Man soll ja noch nichtmals bei eigenen Kindern die Hand ins Feuer legen. Wie soll ich das dann bei - heutzutagen üblichen - <30 (noch dazu fremden) Kindern tun? :?:


(Zwar sieht man in den Medien immer mal wieder Hunde, die mit in eine Schulklasse dürfen, aber diese sind ja meistens auch einem bestimmten (behinderten) Kind "zugeteilt"...)