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"Raufer-Hündinnen" - tanja83 - 22-09-2007 Hallo Leute, wir haben ein Problem: die Hündin meines Freundes und meine Hündin (beides deutsche Schäfer, Diensthund bzw. Schutzhund) sind normalerweise ein Herz und eine Seele, aber zwischendurch haben sie einen heftigen Kampf...Wir wissen nicht mehr was machen!! Die Situation ist folgendermassen: Wir leben seit einem knappen Jahr zusammen, die Hunde leben bei uns im Haus...Meine ist 2 Jahre und eindeutig die dominantere und der Chef der beiden, die Hündin meines Freundes ist gut 3 Jahre und weiss eigentlich genau, dass sie die Rang tiefere ist...Nur manchmal fühlt sie sich etwas zu stark (wenn z.B. ihr "Papi" dabei ist oder wenn es um ein Spielzeug geht) und will meine Hündin zurechtweisen; diese jedoch gibt als Rang höhere sofort zurück!! Sofort artet die Situation derart aus, dass man sie nicht mehr auseinander bringt und sie sich ineinander verbeissen und nicht mehr los lassen!! Auch gibt keine der beiden auf!! Am nächsten Tag sind sie aber wieder die besten Freunde und unzertrennlich... Was können wir tun, um solche Situationen nicht mehr zu erleben?! Da sie vorher keine Warnungen aussenden und sofort (aus friedlichen Situationen) einen Kampf beginnen, ist es sehr schwierig, diesem aus dem Weg zu gehen... Zur Zeit lassen wir sie (nach einigen Tagen Trennung) nur noch mit Maulkorb zusammen...Dabei zeigen sie weder Aggressionen noch sonstige beunruhigende Anzeichen...Auch mit anderen Hunden haben sie keine Probleme! Vielen Dank für eure Ratschläge!! Tanja RE: "Raufer-Hündinnen" - Hanne - 22-09-2007 Zitat:Original von tanja83 Also, ich würde als allererstes diese Situationen konsequent vermeiden, bzw. drauf achten, dass "Papi" ihr nicht den Rücken stärkt. Ansonsten, jeden, aber auch jeden Ansatz durch Gehorsam unterbinden! Wenn die beiden erst richtig verfeindet sind, hilft nur strikte Trennung. Gruß Hanne - Cristine - 22-09-2007 Guten Morgen, wir hatten das auch. Zuerst war eine Mischlingshündin hier bei uns, als die 10 Monate alt war, kam unsere Schäferhündin dazu (die war da 8 Wochen). War alles suppi, bis die Schäferhündin gut ein Jahr war, da ließ sie sich von der Mischlingsdame nicht mehr unterjochen. Wir haben versucht, der älteren den Rücken zu stärken. Ganz deutlich die bevorzugt beim Begrüßen, Spielen, Füttern.... Aber immer öfters hat sich die Jüngere "gewehrt", wenn sie hinten anstehen sollte. Sie hat auch jedesmal gewonnen, nach den ersten 3 Mal, wo sie gewonnen hatte, haben wir den Spieß umgedreht und die Schäferhündin unterstützt. Das hat nu die Mischlingsdame nicht eingesehen und wollte partout - wie früher - ihre Vorteile haben. Nachdem es noch circa 6 oder 7 Mal gerummst hatte (auch oft für uns aus heiterem Himmel und zwischendurch waren sie ein Herz und eine Seele), haben wir für die Mischlingshündin ein neues Heim gesucht. Sie war dafür auch geeignet, weil sie ALLE Menschen liebt und sehr gut zu händeln ist. Wir haben immer noch Kontkat zu den Neuen Besitzern und es war damals für alle das Beste. Striktes Trennen wollten wir nicht. Viele Grüße Cristine - Jutta Langefeld - 22-09-2007 Das Problem bei unverträglichen Hündinnen ist, dass sie es oft nicht mit Rangordnungskämpfen bewenden lassen. Sonst wäre ja irgendwann Ruhe im Karton. Es geht dabei tatsächlich oft ums Beschädigen, im Extremfall bis zum Töten. Wenn man keine Chance mehr hat, das zu unterbinden, muss man entweder konsequent trennen oder wirklich eine Hündin abgeben. So traurig wie es ist ;( Ich werde auch eine von meinen Norfolk Hündinnen abgeben, da sie sich absolut nicht mehr mit der anderen Zuchthündin versteht. Und da ist es für Mensch und Tier besser, wenn man eine für alle Beteiligten friedliche Lösung findet. Gruß Jutta - aida - 22-09-2007 Hallo Tanja, ich habe auch zwei Hündinnen. Die große ist absolut unverträglich mit anderen Hunden- da ließ sie sich aber abrufen- mittlerweile lasse ich sie erst gar nicht in solche Situationen kommen. Kommt ein fremder Hund zu mir hin, sehe ich zu, das er sich von mir fern hält und verlange Gehorsam. Mit der kleinen hat sie sich anfangs, weil sie mußte, arrangiert. Die kurze ist mit jedem verträglich- als sie ein Jahr war, kam es aber zur ersten Auseinandersetzung mit der großen. Die alte ließ sich anfangs auch da abrufen, mittlerweile geht das gar nicht mehr. Dazwischen gehen ist nicht möglich, da sie wild um sich flicken, Wasser hat nur einmal was gebracht. Mir wurde geraten, mal kräftig dazwischen zu hauen- das habe ich schön gelassen, da meine große bei Einwirkungen erst recht nach vorne geht. Es gibt auch entspannte Wochen dazwischen, aber ich kann nicht immer abschätzen, wann es brenzlig wird. Ich habe mir mehrere Stangen mit Haken anfertigen lassen, die ich in der Wohnung und im Garten griffbereit stehen habe. Die große trägt jetzt immer, wenn sie im Haus sind, oder im Garten, ihr Gliederhalsband- damit kann ich sie weg ziehen und die Hunde sind grundsätzlich NIE zusammen, wenn ich nicht da bin. Denn aus der Situation kann nur ich sie heraus nehmen, um dann Gehorsam zu verlangen. Außerhalb kann ich zwar mit beiden spazieren gehen, aber nicht mehr zusammen laufen lassen. Eine ist immer im Wechsel an der Leine. Das mit den Haken war für mich die einzige Lösung, die auch wunderbar funktioniert. Das nächste wäre entweder der Maulkorb für beide gewesen, oder wir hätten eine Hündin abgeben müssen. - Bine DSH - 22-09-2007 Hallo Aida, wenn es mal "richtig zur Sache" geht, hilft Dir der Haken nicht mehr viel. Und das Gliederhalsband kann die Situation eher noch verschlimmern, sofern sich ein Hund mit dem Kiefer drin verhakt! Das Problem ist, dass, wenn sich zwei Hunde richtig in einander verbissen haben (und ich weiß aus eigener, bitterer Erfahrung, wovon ich rede), man sie nicht, ohne die Verletzungen noch zu verschlimmern, von einander trennen kann. Zwei Hündinnen, die in einem Stadium angelangt sind, in dem sie über die normalen Kabbeleien hinaus sind, versuchen sprichwörtlich, der jeweils anderen den Hahn abzudrehen. Da hilft nur striktes Trennen oder einen abgeben. Meist kommt es zu solchen Situationen, wenn eine Jüngere versucht, der Alten den Rang abzulaufen, also keine klaren Hierarchien mehr gegeben sind. Es liegt in der Natur einer Hündin, dann keine Gefangenen mehr zu machen, weil die Rivalin nach hundlichem Ermessen immer wieder versuchen wird, die Alphaposition zurück zu erobern. Oder eben streitig zu machen. Hat man also keine Möglichkeit, die Hunde räumlich zu 100 % zu trennen, KANN es (MUSS NICHT) zu wirklich üblen Auseinandersetzungen mit bösen Folgen kommen. Ist es einmal so weit, dann kann auch kein Mensch daneben mehr den Kampf verhindern. Und eine Trennung ist uU nur unter eigenen Verletzungen möglich. LG Bine - aida - 22-09-2007 Hallo Bine, ja, da gebe ich dir recht, auch wegen dem Verletzungsrisiko. Ich glaube nicht, das eine Trennung möglich wäre, wenn sich auch nur eine von beiden richtig verbeißt. Momentan kann ich sie so aber sofort auseinander bringen, bevor es richtig brennt. Toi,toi,toi- bis jetzt war ich schnell genug dabei, bevor es so weit war. Wird es schlimmer, gibt's - hoffentlich früh genug- Maulkörbe drauf. LG Aida - iaxmann - 22-09-2007 Zitat:Original von Bine DSH Hallo, ja so ist das leider. Wenn die sich erst einmal wirklich richtig gebissen haben, passiert das immer wieder. Da hilft nur trennen, oder einen ab geben. Gruß Iris - tanja83 - 22-09-2007 Vielen vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten!! Es ist wirklich schwierig, diese Situationen vorherzusehen und dann noch genug schnell zu handeln... Zur Zeit haben wir sie entweder getrennt oder mit Maulkorb! Wir möchten alles versuchen, in der Hoffnung, dass wir sie beide behalten können...Die eine ist eben Diensthund (und somit nicht mehr wegzudenken) und meine wird in IPO + Dienst ausgebildet und auf nächstes Jahr würde sie auch in den Dienst kommen...Sie ist wirklich der Hammer!! Eine selten gute Hündin!! Ich hoffe so sehr, dass wir beide behalten können!! Sonst müsste ich meine abgeben...Ich danke euch jedenfalls für alle Ratschläge!! RE: "Raufer-Hündinnen" - surani - 22-09-2007 Hallo Tanja83, dieses Problem kenne ich nur zu gut. Bei meinen beiden Hündinnen gabs vor Jahren Beissereien fast jede Woche. Da sie sich noch nie besonders "liebten" riet mir jeder eine wegzugeben, was für uns auf keinen Fall in Frage kam. Meine Männer liebten die Mischlingshündin und ich wollte mich auf keinen Fall von meiner DSH-Hündin trennen. Dann artete eine Beisserei so stark aus, daß die Schnuse so starke Verletzungen hatte, daß sie an 10 verschiedenen Stellen genäht werden musste und die Grosse auch nicht besonders gut dabei wegkam. Die früheren Kämpfe gingen immer ohne Wunden aus. Nach diesem Vorfall habe ich meine Erziehung total umgestellt. Gespielt wurde nur noch mit einem Hund. Der andere musste im "Platz" warten und zuschauen. Genauso verfuhr ich bei der UO. Spielzeug wurde sorgsam weggeräumt. Jetzt kommt es ganz hart. Jeglicher Ansatz von Spielen unter den Hündinnen (was meine nur taten wenn die Läufigkeit ran war) wurde untersagt. Wenn Besuch kam mussten sie im Platz warten bis ich das Kommando zur Begrüssung gab.Die Grosse durfte dabei zuerst los.(wichtig !!) Auch wurde sie, auch wenn es oft schwer viel, i m m e r bevorzugt. Der Erfolg war umwerfend. Nach einem halben Jahr gabs noch mal ne kurze Kabbelei (mein Verschulden).Und bis zum Tot der jüngeren war dann 5 Jahre lang Ruhe. Woher bist du dir so sicher daß deine jüngere Hündin das Sagen hat? Unsere "Kleine" war so frech, daß es sehr schwer fiel zu erkennen, wer die ranghöhere ist. Manchmal braucht man dazu eine sehr gute Beobachtungsgabe. Das sind meine Erfahrungen zu raufenden Hündinnen. Vielleicht konnte ich Dir damit ein wenig helfen. Gruss Schnusi P.S Um evtl. Kämpfe zu verhindern hatten wir damals unser ganzes Grundstück mit Eimern voll Wasser "abgesichert", von denen wir ein Mal 4 hintereinander über die Hunde giessen mussten. Dann war aber wirklich Ruhe. Positiver Nebeneffekt der ganzen Umstellung war übrigens noch, daß die Hündinnen in fast allen Situationen "abfragten", ob ich mein o.k. dazu gebe. |