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Meideverhalten im SD abstellen - Druckversion

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Meideverhalten im SD abstellen - IPOler - 10-06-2014

Hallo,

ich hätte eine Frage an SD-Profis. Das Problem ist wie folgt:
Mein Schäferhund ist vor einem halben Jahr auf den Helfer aufgelaufen und traut sich seit dem nicht mehr richtig in den Helfer hereinzugehen.
Körperlich hat er bei dem Vorfall keinen Schaden erlitten, habe alle möglichen Untersuchungen beim TA durchführen lassen. Es ist alles in bester Ordnung!

Am Pfahl ist alles super. Der Hund zeigt sich völlig unbeeindruckt vom Helfer, setzt volle feste Griffe.
Allerdings passt es mit dem langen Gang nicht. Der Hund geht zwar sehr energisch nach vorne,
bremst jedoch vor dem Helfer ab und geht sehr zögerlich zum Arm. Dreht teilweise den Kopf zur Seite, wenn er am Arm ist.
Beim Überfall aus dem Versteck zeigt sich dasselbe Problem. Helfer kommt raus, Hund geht hin, traut sich aber nicht in den Arm zu beißen.
Und wenn, dann nur sehr zögerlich. Er geht auch mit den Vorderpfoten in den Helfer, was früher nicht der Fall war.
Aus meiner Sicht deuten die obigen Punkte auf ein starkes Meideverhalten hin, welches der Hund an den Tag legt.


Habt Ihr mir ein paar Tipps, um das Verhalten abzustellen?
Was kann der Helfer machen?
Wie kann ich den Hund als Hundeführer in solch einer Situation unterstützen?

Danke Euch!!!


- Claudia Ph. - 10-06-2014

Hallo,
das was du schilderst, ist eine sehr brisante Sache, um da was für den Hund (und dich) hilfreiches zu schreiben und zu erklären ist schwierig, muß man das wirklich einmal gesehn haben!!

Es bietet sich das Forumstreffen an, komm doch einfach vorbei.

Grundsätzlich denke ich, das sich dein Hund körperlich nichts getan hat, hast du ja auch abklären lassen, allerdings hat sich das Ereignis in seinem Kopf "eingebrannt"vielleicht auch in sein Schmerzgedächtnis, man kann nicht sagen, wie tief es sitzt und es jemals wieder "gelöscht" werden kann.

Mein Weg würde Vertrauen und Aufbauarbeit vorsehn. Beute wieder vom Helfer separieren, bei Einstiegen und Angriffen, slow motion Übungen(langsam und deutlich bewegender Helfer) und keine lange Distanzen.

Detailerte Arbeitsweisen kann man hier nicht wirklich niederschreiben, denn es ist ein individual Fall!
tschöö mit ö


- redtool - 10-06-2014

IPOler,'index.php?page=Thread&postID=157924#post157924' schrieb:Und wenn, dann nur sehr zögerlich. Er geht auch mit den Vorderpfoten in den Helfer, was früher nicht der Fall war.....

Habt Ihr mir ein paar Tipps, um das Verhalten abzustellen?
Was kann der Helfer machen?
Wie kann ich den Hund als Hundeführer in solch einer Situation unterstützen?

hallo ipoler,

im gegensatz zu claudia bin ich ganz anderer meinung !

- was du schilderst kommt leider ganz oft im sd vor, mal durch auflaufen, mal durch überforderung (zu schnell zu viel gewollt) des hundes...
- der größte teil der hunde kann durch einfache maßnahmen sehr schnell wieder aus dem loch geholt werden...
- meine erfahrung zeigt das ein "abstufen" der übung das eigentliche problem nur auf die lange bank schiebt, und wenn man sich mühevoll in kleinen "vertrauensschritten" wieder dort hin gearbeitet hat die meisten hunde dann wieder einbrechen...
hunde sind nicht so dumm wie manche glauben, die lassen sich nicht EINLULLEN !!!!

es gibt eine sehr einfache, aber sehr effektive übung für diese geschichte:
nimm ein beißkissen mit seitlichem griff. das knut-fuchs-technik kissen eignet sich hier hervorragend.
stell dich seitlich zum hund. GANZ WICHTIG das der hund wirklich NICHT die front des menschens sieht, nur die seite.
halte das kissen etwa auf brusthöhe mit der hinteren hand (also als rechtshänder sieht der hund die linke seite des menschens, kissen in rechter hand) zienlich nah vor die brust. beißfläche richtung hund.
lass den hund halten von jemandem und mache ein paar beutebewegungen mit dem kissen und ggf. bischen trieb über laute.
dann soll der hund losgelassen werden und ins kissen springen, ihn rausdrehen bis er auf dem boden aufgekommen ist und kissen schenken.........

IDEAL wäre wenn du als eigener hf (dir sollte er am meisten vertrauen) die übung anfangs selber machen könntest und sie später auf deinen helfer überträgst !!!

damit haben wir schon x hunde wieder hinbekommen die im durchlaufen zögerlich geworden sind...

lg thommy


- Andreas Bolz - 10-06-2014

Ich hatte im letzten Jahr ein ähnliches Problem, wo meinem Rüden beim Nachschicken ein Haar-Riss im Darmbein zugefügt wurde. Danach ist natürlich erstmal ein Loch im Verhalten des Hundes. Ich habe über Monate nur an der Leine weiter gearbeitet, mich um Bewachungsphasen gekümmert und nur am Helfer bestätigt, ohne irgend eine Form der Flucht. Mit der Zeit merkt man dann, wann der Hund wieder freier wird und kann an dem Problem arbeiten, wenn es dann überhaupt noch besteht.

Niemand macht einen Hund absichtlich weg und fast alle Hunde erholen sich sehr gut aus solchen Erfahrungen. Man muss halt nur die Zeit haben abzuwarten.



- Silvana - 10-06-2014

Ich weiß nicht, ob die medizinischen Untersuchungen auch eine physiotherapeutische Behandlung einschließen. Da diese zwar bekannt, aber eben auch unter Schutzhundesportlern noch nicht so häufig in die Behandlung mit einbezogen wird, wollte ich hiermit darauf hinweisen. Denn neben den ganzen Genanntem können Blockierungen, Muskelverhärtungen und dergleichen sehr schmerzhaft sein. Wobei damit das Meiden natürlich nicht behoben wird, aber man sicher damit einen weitere Möglichkeit ausschließen kann, dass der Hund noch Schmerzen/ Unwohlsein haben könnte.


- Claudia Ph. - 11-06-2014

Stimmt Silvana, wichtiger Hinweis, ich habe auch einen Hunde Phyisiotherapeuten konsultiert und ich war erstaunt, was dort alles analysiert und gefunden werden kann. Die Behandlungen dauern lange, aber die Chancen eine Verbesserung zu erhalten sind groß.

Claudia


- erwin - 11-06-2014

moin redtool

find deinen Kommentar zu dem Thema recht befremdent.ich meine jetzt das es scheinbar zur Normalität gehört das die Hunde zögerlich in den angriffsübungen werden.gott sei dank gibt es die knut fuchs Technik mit deren hilfe du die x Hunde schnell wieder in spur bringst.hut ab


- tinka - 11-06-2014

Moin zusammen,

Für mich hört sich das an, daß aufgrund dieser Erfahrung des Hundes nicht das Beutejagdverhalten, sondern eher sein Beutebesitzverhalten nachhaltig gestört ist.

In der Pfahlarbeit scheint er eher im offensiven Aggressionsbereich zu arbeiten, Mischmotivation in Richtung Beute scheinen hier nicht zu sein. Anders könnte ich mir nicht erklären, warum der Hund hier mit einer ganz anderen Einstellung an die Sache geht, Griffe setzt und gegen hält.

Ich würde eher hier ansetzen und daraus eine Beuteverteidigung machen. Die Beute liegt dabei hinter dem Helfer. Die Belastung selbst kommt dann alleine durch den Helfer, der keinen Sportarm trägt. Stellt sich der Hund hier dominant, so meidet der Helfer aus dem Gesichtsfeld des Hundes, welcher sich dann unbelastet die Beute holen kann. Mit der Zeit bringt man die Beute zwischen Helfer und Hund. Positioniert wird diese durch eine Hilfsperson, nicht durch den Helfer.

Aus der Verteidigung wird dann eine kurze Flucht, der Helfer stiehlt quasi die Beute, beim Nachsenden mit Anbiss wird die Beute sofort überlassen. Der Helfer meidet sofort aus dem Gesichtsfeld des Hundes, damit dieser stressfrei den Beutebesitz genießen kann. Kein Gehorsam für einen ruhigen Griff an der toten Beute.

Aus der kurzen Flucht wird dann allmählich die frontale Auseinandersetzung um die Beute.

So würd ich daran gehen. Geht hier ja nicht um Verhalten, sondern um Einstellung des Hundes.

Gruß Reinhard


- redtool - 11-06-2014

erwin,'index.php?page=Thread&postID=157938#post157938' schrieb:moin redtool

find deinen Kommentar zu dem Thema recht befremdent.ich meine jetzt das es scheinbar zur Normalität gehört das die Hunde zögerlich in den angriffsübungen werden.gott sei dank gibt es die knut fuchs Technik mit deren hilfe du die x Hunde schnell wieder in spur bringst.hut ab

erwin,

komm doch mal auf den punkt, was willst du Huh

ich habe nicht von "normalität" gesprochen, sondern das es oft vorkommt !

heutzutage bringen doch sowieso nur noch wenige hunde das zeug mit kompromisslos durch den langen gang zu gehen. da brauch es oft nicht viel an überforderung oder auflaufen das "diese hunde" dann abbremsen oder taktieren....

und was ist daran verwerlich mit einer einfachen übung (die übrigens von vielen sportlern benutzt wird) den hund wieder zum durchlaufen zu bringen ?!

weißt du denn überhaupt wo "der effekt" der übung liegt ?
was dem hund dabei hilft wieder vertrauen ins durchlaufen zu bekommen ?

vlt. solltest du dir lieber mal darüber gedanken machen als hier so phrasen zu sabbeln :whistling:


- IPOler - 11-06-2014

Ich danke Euch allen für die Tipps!

Wie gesagt, gesundheitlich hat er keine Probleme. Ich habe ihn eingehend untersuchen lassen TA, röntgen, Physio, etc.
Das ist aus meiner Sicht alles eine reine Kopfgeschichte. Denn am Pfahl macht er sich super. Dominant, beuterversiert, "klar" im Kopf, macht saubere Treibwechsel, volle feste Griffe usw.
Am Pfahl wird er auch nur über Beute gearbeitet. Sobald er die Beute hat, kommt die Bedrängungsphase (mit Stock). Der Hund hält weiterhin ruhig, kontert, etc.

Aber das mit dem langen Gang ist die schmerzhafte Erfahrung in seinem Kopf, welche ihn "hemmt" in den Helfer hereinzugehen.

Wir probieren jetzt mal die vorgeschlagenen Methoden aus. Ich werde dann berichten sobald ich irgendwelche Erkenntnisse gesammelt habe.

Es sei denn Ihr habt noch ein paar Vorschläge auf Lager, nur her damit! Smile