Das Leistungshundeforum
Probleme in der Fährte - Druckversion

+- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de)
+-- Forum: Working Dogs (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=6)
+--- Forum: Ausbildung (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=34)
+--- Thema: Probleme in der Fährte (/showthread.php?tid=12810)

Seiten: 1 2


Probleme in der Fährte - solidshepherd - 23-03-2013

Moin Moin,

vielleicht kann mir jemand paar gute Tipps für meine Probleme in der Fährte geben:

Meine Hündin (DSH, 3 Jahre, IPO 1/FH 1) baut beim Heranführen an den Abgang sehr viel Trieb auf (zieht an der Leine, kreischt rum etc.) und sucht dann sehr hektisch (dies aber gleichmäßig Big Grin ).

Bei der ersten FH hat sie zum ersten Mal eine Fährte abgebrochen. Der Grund dafür ist mir noch immer unbekannt.

Der Aufbau ist mir leider nicht optimal gelungen und die bisherigen Lösungsansätze waren nur bedingt erfolgreich.

Vielen Dank schon vorab für Eure Mühe!


- Anja - 23-03-2013

Um Dir nur annähernd Tipps zu geben, musst Du schon mehr an Input liefern, so ist das Stochern im tiefsten Nebel.

Aber zum Heranführen an die Fährte hilft nur ein vernünftiger Gehorsam. Wenn Du nicht möchtest dass sie zieht, dann mach eine UO draus. Futter in die linke Hand, lange Leine mit zweiter Person zum Einwirken in die Psoition, heranführen bis kurz vor den Abgang, dann Grundstellung. Wenn Sie dort gehorsam sitzt und evtl. Dich auch anschaut, dann kommt das Erlaubniskommando zum Aufstehen und Lossuchen. Das ist nur eine Frage des Gehorsams, nichts anderes.

Zum anderen: Wenn Du -der weiss wie sie aufgebaut wurde - nicht weiss warum sie abgebrochen hat woher sollen wir dann Ideen haben? Also wie wurde sie aufgebaut, was kann sie, was kann sie nicht, wie reagiert sie wenn sie einen Fehler macht, was war auf der Prüfung anders als sonst, Wetter, Boden, Fährtenlegentypus, usw.?

tschau Anja


- Carmen Kreft - 23-03-2013

Hi,

meiner ist auch so eine Nervensäge. Keine Ruhe zum Ansatz hin...
Habe es auch mit UO hinbekommen. Kein "Fuß" wie in Abt.B, aber mit "ran!!". Weiter ging´s nur bei absoluter Stille und Konzentration.
Teilweise trainiere ich nur den Weg zum Ansatz hin. Schöne Beschäftigung gerade jetzt bei Schnee wo eine Suche sowieso keinen Sinn macht.
Stecke mir ca. fünf Ansatzschilder auf´s Gelände und übe das Herantreten an das Schild nach der "Anmeldung". Meiner dreht schon durch, wenn er nur das Schild sieht, jetzt ist es supi geworden. Gesucht wird künftig bei mir nur bei absoluter Konzentration und Ruhe. Dann nehmen sie auch besser auf.

Viel Erfolg
LG
Carmen
http://www.quincys-home.de


- ursus04 - 23-03-2013

Hier ebenso.
Ohne Ruhe geht es keinen Schritt weiter.
Dauert anfangs, sitzt dann aber bombensicher.

Grüßle
ursus


- Flash123 - 23-03-2013

Würde schon mal das Schild weglassen. Ist dann nicht so ein sichtbares Zeichen.
Dann ein Geruchsfeld machen wo sich der Hund schon mal ruhig suchen kann und dann aus dem Geruchsfeld eine Fährte herauslegen.
den Hund mittels leine blocken so das er nicht in die Fährte kann bevor er nicht ruhig ist.


- solidshepherd - 24-03-2013

Vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten.

Der Hund wurde leider über sehr viel Trieb aufgebaut (SD Peitsche, UO Ball), obwohl es nicht erforderlich gewesen wäre und wie ich zu spät erkannt habe auch nicht gut war.

Die Idee von Carmen mit den diversen Schildern klingt echt gut. Wird ausprobiert.
Aber auch mal das Schild wegzulassen ist eine Idee.

@Anja:
Wenn ich den Hund vor der Fährte ablege oder absetze, dann baut er noch mehr Trieb auf. Er ist zwar irgendwann kurz ruhig und guckt mich an, dies aber mit einer riesen Spannung. Beim darauffolgenden Ansetzen auf die Fährte stürmt er noch mehr los.
Über vorherige Bewegung wird sie ruhiger.
Die FH-Fährte war eine superkorrekt gelegte Fährte in saftiger Wiese mit Sichtspuren und Tau. Ohne Besonderheiten. Nix, was wir noch nicht geübt hätten. Evtl. war es die Prüfungssituation. Wir wurden vorgezogen, so dass sie nach der Ankunft schnell aus dem Auto und sofort in die Fährte musste. War sehr hektisch. Konnte den Hund nicht richtig einstellen. Dieser spontane Einsatz war für den relativ unerfahrenen Prüfungshund wohl etwas viel.
Nach Fehlern wird sie hektisch. Gibt aber nicht auf. Das Verweisen ist zuverlässig und sie sucht schön tief. Über Winkel schießt sie aufgrund des Voranstürmens gerne mal etwas drüber (wird beim Üben blockiert). Auf Acker ist sie sauberer als auf Wiese.
Auch wenn ich sie aufgebaut habe, weiss ich trotzdem viele Dinge nicht.


- Anja - 24-03-2013

solidshepherd,'index.php?page=Thread&postID=144592#post144592' schrieb:@Anja:
Wenn ich den Hund vor der Fährte ablege oder absetze, dann baut er noch mehr Trieb auf. Er ist zwar irgendwann kurz ruhig und guckt mich an, dies aber mit einer riesen Spannung. Beim darauffolgenden Ansetzen auf die Fährte stürmt er noch mehr los.
Über vorherige Bewegung wird sie ruhiger.
Die FH-Fährte war eine superkorrekt gelegte Fährte in saftiger Wiese mit Sichtspuren und Tau. Ohne Besonderheiten. Nix, was wir noch nicht geübt hätten. Evtl. war es die Prüfungssituation. Wir wurden vorgezogen, so dass sie nach der Ankunft schnell aus dem Auto und sofort in die Fährte musste. War sehr hektisch. Konnte den Hund nicht richtig einstellen. Dieser spontane Einsatz war für den relativ unerfahrenen Prüfungshund wohl etwas viel.
Nach Fehlern wird sie hektisch. Gibt aber nicht auf. Das Verweisen ist zuverlässig und sie sucht schön tief. Über Winkel schießt sie aufgrund des Voranstürmens gerne mal etwas drüber (wird beim Üben blockiert). Auf Acker ist sie sauberer als auf Wiese.
Auch wenn ich sie aufgebaut habe, weiss ich trotzdem viele Dinge nicht.

Nochmal: Wenn Du dem Hund nicht die Ruhe vor dem Ansatz aufzwingst (im wahrsten Sinne des Wortes) wirst Du immer den Krückstock brauchen, dass Du den Hund vorher auspowern, beschäftigen, bewegen musst, damit sie halbwegs kontrollierbar ist. Zusätzlich wird ja schon durch dein Geschreibsel klar, dass Du das einerseits nichts willst, andererseits tolerierst, und Gründe suchst, warum Du es nicht ändern brauchst. Hundeausbildung ist schwarz-weiss, Du bist aber im grau unterwegs.
Aus dem Stegreif:
1) Prüfungsituation...selber ja schon detektiert
2) leichte Wiese, Tau, ....wieso soll er sich anstrengen, was hat er gelernt dafür zu tun?
3) Warum wird der Hund hektisch bei Fehlern: was hat sie erlebt, dass sie hektisch wird? Wer macht sie hektisch?
4) Wenn der Hund FH sucht sollte sie das Überschiessen wegen Geschwindigkeit bereits lassen...sprich es wird bis dato toleriert...ist das also nun der Fehler des H oder des Ausbilders?
5) Was passiert wenn Du den Hund blockst...bzw. in der Übung oder gar Prüfung nicht blockst?... Kennt sie das? Wartet sie darauf?
6) Gerade Hunde die zu schnell und damit auch eigentlich unsauberer sind ist es normal, dass sie auf Acker besser suchen als aufh Wiese..hier ist das Geruchsfeld breiter+einfacher und der Hund muss noch weniger arbeiten.

Sucht sie denn sauber Schritt für Schritt.. auf allem Gelände?
Zusammengefasst schätze aus Deinen Beschreibungen...nein.... und das ist er Ansatz.
Wenn Sie konzentrierter suchen muss, wird sie langsamer, überläuft weniger Winkel, ist vermutlich dann auch ruhiger usw.

VG
Anja


- Anja*Zina - 24-03-2013

Von mir evtl noch ein kleiner Tip.....ein Steh vor dem Abgang einfordern , ist komplett was anderes wie das schon auf Trieb gefestigte Sitz oder Platz. Meine hab ich ziehen lassen bis ca. 1-1,5 m vorm Abgang und dann Steh ...Ruhe und auf Kommando dann Nase runter ....bissi bremsen durch "ran" ist auch gut...kommt immer auf den Hund drauf an. Und erstmal nur Abgang ---mit Schildchen weil ja Verknüpfung hergestellt werden soll und der Lerneffekt nur über die geforderte Ruhe gehts los ---und kurze Fährte. Schwierigkeiten nach dem Abgang eibauen ---schräg weg ...seitlich usw. , immer schön abwechselnd so das sie nicht unbedingt weiss es geht nur geradeaus nach Abgang.


- Margit M - 24-03-2013

Das mit den verschiedenen Abgangsschildern hat bei Nick überhaupt nicht geklappt.
Ich wurde dann nicht nur an einen Abgang gezogen, sondern gleich an mehrere :motz:

Ruhe wurde dadurch in keinster Weise erzeugt.
Anja hat absolut recht, es ging nur über Gehorsam.
Wenn deine Hündin mit herumgekreische nicht mehr zum Erfolg kommt, wird sie es auf Dauer einstellen.
Gibt sie keine Ruhe, geht es auch nicht los mit der Suche.

Mit dem Schild weglassen, gehst du deinem Problem zwar aus dem Weg, aber beheben kannst du es so nicht.
Sie wird dann in Zukunft wahrscheinlich schon mit gekreische anfangen wenn du nur ins Gelände fährst


- solidshepherd - 26-03-2013

@Anja*Zina:
Die Ideen mit dem Steh und dem schrägen Abgang sind echt gut. Damit rechnet sie nicht und das ganze eingefahrene Spielchen wird etwas aufgelöst.

@Anja:
2)Futter
3) keine Ahnung
4)nahezu alle in der Ausbildung konditionierten Fehlverhalten des Hundes sind Fehler des HF. Aber wie gesagt: der Aufbau ist mir nicht optimal gelungen.
5)sie schießt etwas drüber und findet dann die Fährte wieder

Sie sucht im Acker Schritt für Schritt.

Die Frage ist nur, wie ich diese Konzentration erreiche.

Es ist ja nicht so, dass ich die Ruhe nicht konsequent verlange und abwarte und erst dann die Freigabe erteile. Jedoch zeigt sich das unerwünschte Verhalten trotzdem bei der nächsten Fährte. _w_