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Wieviel Narkose muss sein? - Druckversion

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Wieviel Narkose muss sein? - Anja - 07-06-2012

Hallo zusammen,

bin auf der Suche nach Antworten bzw. zumindest nach den richtigen Fragen bevor ich zum Tierarzt gehe Smile

Also meine alte Hündin hat nun stolze 14 Jahre auf dem Buckel, ist soweit noch recht fit - aber:
Sie hat schon seit jungen Jahren Probleme mit ihren Zähnen - schon zu VPG-Zeiten hatte sie gespaltene Backenzähne, die erst überkront, dann aber doch rausgekommen sind. Später dann noch der eine oder andere Zahn, teilweise vorne die kleinen Frontzähne, aber auch noch den einen oder anderen Backenzahn. Die Zähne brechen bei ihr regelrecht ab, teilweise spalten sie sich, wir hatten auch schon atomisiserte Zähne mit Splitter im Zahnfleisch verteilt.
Wenn es dann mal wieder einen seitlichen, grösseren Zahn erwischt hat habe ich ihr dann zwecks Wurzelentfernung je die OP angetan (so alle 2-3 Jahre), wobei dann die kleineren, spitz abgebrochenen Frontschneidezähne auch gekillt wurden. Inzwischen fehlen ihr 8 Zähne oder so, ich habe aufgehört zu zählen.
Alle Operationen in den diversen Jahren hatte sie jeweils immer gut überstanden, als sie jung war war sie teilweise schon nach wenigen Stunden wieder quietschlebendig.

Bei ihrer letzten OP mit 12 Jahren (Inhalationsnarkose) bei der ihr ein seitlicher Backenzahn und vorne zwei Frontzähne entfernt wurden hat sie sich dann aber extrem schwer getan wieder fit zu werden. Früher hatte ich die Hunde auch immer ausschlafen lassen ohne Hallo-Wach-Spritze, aber das letzte Mal brauchte sie es. Trotzdem war sie dann 2 Tage fast nur am Schlafen und extrem fertig....somit dachte ich mir, das wäre ihre letzte OP gewesen, geht ja doch ganz schön auf den Kreislauf, war keine schöne Geschichte.

So....nun sind wieder 2 Jahre rum... wär hätte das auch gedacht...
...gestern habe ich nun gesehen, dass es noch einen der letzten seitlichen, kleineren Backenzahn erwischt hat: gespalten, der Zahn wackelt im Zahnfleisch, sie lässt sie auch nicht drauflangen. Trotzallem frisst sie alles und zeigt auch nichts an, was aber auch daran liegen kann, dass sie derzeit eine Schmerz-Entzündungstabletten bekommt wegen einer Ischiasentzündung (kommt davon wenn man mit 14 Jahren Ball spielen will). Sie hat noch zwei abgebrochene Schneidezähne, die ich aber dringelassen hätte, wenn sonst nichts gewesen wäre, weil es so wohl nicht weht tut.

Ich vermute, dass dieser gespaltene Backenzahn nicht drinbleiben kann, noch sitzt er recht fest im Zahnfleisch, das wird aber so nicht bleiben...
Also meine Frage:
Die anderen Zahn-OP waren immer mit Inhalationsnarkose - wer kennt sich aus: muss das sein? Reicht es nicht den Hund nur leicht "wegzubeamen" um an den Zahn ranzukommen?
Ein Orthopäde von uns hat mal mit so einer leichten Narkose nebenbei schnell einen Frontschneidezahn gezogen, der atomisiert war und im Zahnfleisch die Splitter hingen...

... was gibt es für Fragen, die ich an den TA stellen müsste? Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten? Was passiert mit der Wurzel, wenn ich gar nichts tue?

Danke Anja


- Alex72 - 07-06-2012

Anja,'index.php?page=Thread&postID=132871#post132871' schrieb:Was passiert mit der Wurzel, wenn ich gar nichts tue?
Bakterien können sich im noch vorhandene offenen kanal des Zahn bis in den Kiefer ziehen und da eine ordentliche Entzündung hervorrufen.
Muss nicht kann aber.
Narkose ist immer ein Risiko. Egal ob beim Tier oder Mensch.
Frag Deinen TA was er meint da ja der hund auch schon ein stattliches alter hat. Was man am besten macht und sag Ihm Deine bedenken wegen der letzten Narkose.


- DenniK - 07-06-2012

Hallo Anja,

mit "leicht wegbeamen" meinst Du sicher eine Sedation, also ein Ruhigstellen. Gerade bei schmerzhaften Eingriffen reicht das nicht aus, denke ich.

Wenn Du mit Deinem Tierarzt sprichst, sollte er eine ASA Klassifizierung vornehmen und eine gründliche Allgemeinuntersuchung (inkl. Labor) machen, um das Narkoserisiko einzuschätzen (und schriftlich festzuhalten).
Bei der Narkose von alten Patienten vorteilhaft ist eine Sauerstoffmaske, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung während der Narkoseeinleitung sicher zustellen und auch eine Prämedikation für den Kreislauf kann sinnvoll sein. Intubieren ist ein muss... Bei längerer Narkose müssen Kreislauf und Nierenfunktion (über die Niere werden einige Narkosemittel ausgeschieden) überwacht werden und Flüssigkeitstherapie zur Kreislaufstabiliserung.
Eine balanzierte Anästhesie (Kombination aus Injektionsanästhesie, zB. Propofol und Inhalationsanästhesie) ist bei Risikopatienten eine gute Möglichkeit, da die Narkose sehr gut steuerbar ist und die Narkosemittel recht schnell abgebaut werden. Generell ist eine Kombinationsanästhesie von Vorteil, da dadurch die Menge der einzelnen Substanz geringer wird und sie damit schneller abgebaut werden.

Am Besten Du lässt Dich ausführlich beraten, welche Möglichkeiten Dein Tierarzt in seiner Praxis hat, und welche Narkosestrategien er sicher beherrscht. Vieles hängt hier von dem konkreten Fall ab: allgemeiner Zustand Deines Hundes und wie kompliziert ist die Splitterung des Zahns (Narkoselänge) und ob der Zahn entfernt werden muss.

Und Alex hat recht, wenn die Wurzel drin bleibt und Du Pech hast, entzündet sich das Ganze, kann eitern und im schlimmsten Fall auch den Kieferknochen angreifen.

vg,
Annemarie


- Bettina Balters - 08-06-2012

Intubieren und Sauerstoffmaske - das soll gehen bei einer solchen Zahn-OP?


- DenniK - 08-06-2012

Hallo Bettina,

Sauerstoffmaske (oder -zelt): vor der Narkose um Sauerstoff im Blut vor der Narkoseeinleitung anzureichern, da hatte ich mich wohl ungenau ausgedrückt Confusedquint:
Intubation: gerade bei einer Risikonarkose sollte man doch die Möglichkeit haben, schnell eingreifen zu können um z.B. beatmen zu können. Wenn es wie Anja schreibt einer der kleineren Backenzähne ist, dann sollte es doch möglich sein, den Zahn trotz Intubation zugänglich zu machen, denke ich jedenfalls. Und außerdem hatte der Hund bisher ja auch Inhalationsnarkosen, das geht nicht ohne Intubation...Ob es hier konkret geht, kann aber nur der behandelnde Tierarzt entscheiden, der den Fall gesehen hat. Anja wollte wissen, worauf sie achten soll, und wonach sie fragen soll, und die Dinge, die ich genannt hatte, sind einige Empfehlungen für geriatrische Kleintierpatienten.

vg,
Annemarie


- Juddel - 08-06-2012

Hallo Antje,

habe vor einigen Jahren meiner damals über 13 jährigen Hündin die Gebärmutter wegen Vereiterung entfernen lassen.

Meine TÄ hat eine spezielle Narkose für Risikopatienten angewandt. Kann Dir allerdings nicht sagen was sie verwendet hat.

Allerdings war sie teurer als die herkömmliche Narkose.

Hat super geklappt und die Hündin ist schon kurz nach der OP bereits wieder durch die Praxis gelaufen und ich konnte sie gleich wieder mitnehmen.

Falls Du bei Deinem TA nicht weiterkommst, gebe ich Dir gerne die Tel.Nr. der Ärztin, sodaß Du selbst danach fragen kannst.

Grüßle Juddel


- Anja - 08-06-2012

Danke Euch für die Antworten,

hilft mir schon mal weiter...

Die letzten Narkosen waren auch alle Inhalationsnarkosen - an die Zähne ist man jeweils immer schön rangekommen, der Hund liegt ja in stabiler Rückenlage - das war kein Problem bis dato

@ Annemarie
Was ist eine ASA Klassifizierung?


Danke Anja


- Rabauke - 08-06-2012

Hallo Anja,

die ASA-Klassifikation ist eine Einteilung von Patienten zur Risikoeinschätzung vor Operationen. Das Schema wurde von der American Society of Anesthesiologists entwickelt. Der ASA-Physical Status beschreibt den Allgemeinzustand und bezieht Vorerkrankungen und Einschränkungen mit ein.

Drücke Dir für Deine alte Dame die Daumen.

LG Claudia