Das Leistungshundeforum
Motivation Verbellen ??? - Druckversion

+- Das Leistungshundeforum (https://www.leistungshundeforum.de)
+-- Forum: Working Dogs (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=6)
+--- Forum: Ausbildung (https://www.leistungshundeforum.de/forumdisplay.php?fid=34)
+--- Thema: Motivation Verbellen ??? (/showthread.php?tid=13645)

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10


- GabyG - 22-12-2013

Zitat: 2. gott sei dank gibt es auch im leben der menschen dinge, die tiefe und erfüllende bedeutung ganz ohne kampf haben.



in dem sinne: allen zum fest der liebe alles alles gute und "Frohe Weihnachten".
Das seh ich genau so. Ebenfalls friedliche Feiertage "ohne Kampf" wünsche ich allen, die hier mitlesen.
Gruß Gaby


- Detko - 22-12-2013

Hanika 15 Wochen
Zitat: Ich für meinen Teil mach das relativ unkompliziert, beim Lernen kriegt er einen Keks ins Maul gesteckt wenn er bellt.


In späterer Folge fliegt der Ball/Beißwurst oder er darf in den Arm
beißen - zur Bestätigung. Denn Wollen muss er ja eh selber, das kann ich
ihm nicht lernen
Habe heute mal einen kleinen Film hergestellt.

MfG Detko


- Oswald Stanka - 22-12-2013

Detko,'index.php?page=Thread&postID=153557#post153557' schrieb:Hanika 15 Wochen

Zitat
Ich für meinen Teil mach das relativ unkompliziert, beim Lernen kriegt er einen Keks ins Maul gesteckt wenn er bellt.


In späterer Folge fliegt der Ball/Beißwurst oder er darf in den Arm
beißen - zur Bestätigung. Denn Wollen muss er ja eh selber, das kann ich
ihm nicht lernen

Habe heute mal einen kleinen Film hergestellt.

MfG Detko
Hallo Detko
ich fange viel später an wie du, da ist er schon viel mehr Hund - und bestätige schon jeden Ansatz zum Bellen
Lg Ossi


Ausgangsthema: Motivation - Verbellen - G. Fasel - 22-12-2013

Nochmal zusammenfassend in Bezug auf das Ausgangsthema:

Für mich - also für die Ausbildung, die ich mit meinen Hunden betreibe - wird von Anfang an immer nur über Beutemotivation das Verbellen gelernt.
Die Beutemotivation ist der "Motor" im Hund, der voll und ganz ausreicht. Mit zunehmendem Alter und zunehmender Selbstsicherheit wird mit allen möglichen Tricks und Belastungen der Weg zum Triebziel erschwert. Hierbei wird auch die "Wut" und der Frust des Hundes durch den Helfer so geschickt gesteigert, dass er sich ganz stark ins Zeug legen muss, um ans Triebziel zu kommen.

Ein Beispiel:

Der Hund bellt vor dem Helfer - der HF sichert den Hund mit der Leine oder mit dem Griff ins Halsband ab - jetzt wirft der Helfer das Beutestück möglichst dicht vor den Hund (er darf es aber nicht packen können) - jetzt duckt sich der Helfer - unsicher - und greift vorsichtig nach dem Beutestück - der Hund wird durch druckvolles Bellen gegen den Helfer versuchen, diesen vom Griff an das Beutestück abzuhalten - nach 1-2 Griffversuchen schnappt sich der Helfer das Beutestück und verharrt wieder unbeweglich in der Verbellposition - jetzt gibt der HF den Hund wieder mit Kommando - Voran zum Verbellen frei - Ergebnis: Ein besonders intensives und druckvolles Verbellen - Jetzt fliegt die Beute und der Hund kann Beute machen. Vorsicht: Die guten Hunde steigern sich derart in die Sache hinein, dass sie durchbrechen und ohne Freigabe durch den HF Beute am Helfer machen.

(Die Helfer, die vom Rauswerfen nichts halten, lassen den Hund einbeissen - ich mache es nach Heuwinkl)

Die Motivation im Verbellen hole ich mir ausschließlich über die Beutemotivation - das Wort - Wehrtrieb - habe ich aus meinem Vokabular in der Hundeausbildung gestrichen. Alles, was Unsicherheit und Angst beim Hund anspricht, hat bei mir nichts verloren. Belastungen, Frust auch physische Einwirkungen - im richtigen Mass - die der Hund durch Steigerung seiner Aktivität überwinden muss, sind willkommen und zielführend.

Ich will damit nicht sagen, dass es Ausbilder gibt, die auch und gerade starke Hunde durch Verunsicherung zum Bellen bringen. Die Kunst dabei ist, das richtige Mass um über ein gezielt herbeigeführtes Meideverhalten den Hund ins Verbellen zu bringen - aber dann auch den richtigen Zeitpunkt zu erkennen und den verunsicherten, bellenden Hund wieder auzubalancieren und das Ganze wieder in Beute zu kanaliesieren. Leider habe ich schon viele dieser Experten gesehen, bei denen nur ein armer, verunsicherter Hund übrigblieb - vom frustrierten HF mal ganz zu schweigen.

Ich mache es nicht so - ich mache -------Hundesport.....!!

Grüße

Gerhard


- Oswald Stanka - 22-12-2013

Hallo Thomas
wo bzw. wie würdest du das Lernmodell dieser Hunde einstufen, denkst du das sie über "diese Helferüberfälle" gearbeitet wurden/werden?
Lg Ossi
http://www.youtube.com/watch?v=t-PlMzrehpw
http://www.youtube.com/watch?v=gdSjwMYlRTA


- redtool - 22-12-2013

Oswald Stanka,'index.php?page=Thread&postID=153561#post153561' schrieb:Hallo Thomas
wo bzw. wie würdest du das Lernmodell dieser Hunde einstufen, denkst du das sie über "diese Helferüberfälle" gearbeitet wurden/werden?
Lg Ossi

hallo oswald, so rein vom video her würde ich es nicht so einschätzen das sie über wehr angekratzt wurden....

mir persönlich ist es im grunde sowieso unwichtig aus welcher motivation heraus ein hund verbellt, selbst beim eigenen !
der ipo-sd ist im grunde ein aus teilübungen zusammengestückelter parkour. der dazu dermaßen reglementiert ist das kaum freiraum für eine wirklich, stattfindende kampfentwicklung zwischen hund und helfer gegeben ist...

MIR geht es letztlich darum den ansprüchen der richter gerecht zu werden. und wie schon erwähnt werden hier teilweise attribute vom hund verlangt die in einem reinen beutespiel garnicht mehr ausbildbar / präsentierbar sind


- dberensmann - 22-12-2013

redtool,'index.php?page=Thread&postID=153546#post153546' schrieb:ich will mit meiner reaktion im beschriebenen fall das der hund die peitsche als strafe sieht. er wird NICHT zu mehr verhalten angespornt, sondern für fehlendes verhalten bestraft...
... es ist ja immer noch gängige praxis hunde für ein unerwünschtes verhalten zu bestrafen, auch wenn ihnen noch gar nicht gelernt wurde was das erwünschte verhalten eigentlich ist. aber wenn sie jetzt auch noch für fehlendes verhalten bestraft werden, oh je oh je. ein teufelskreis.

ich möchte aus interesse noch einen weiteren punkt in die diskussion bringen der mich beschäftigt. die frage nach der motivation bellen bezieht sich logischer weise auf den hund, ....ich denke das die frage nach der motivation des hundeführer oder helfers, wie und warum der hund bellen soll, fast noch wichtiger ist. wie hoch ist der menschliche ehrgeiz es wie weit zu treiben??

konflikte schaffen aktivitäten, frustration schaffen aktivitäten, selbst schmerz kann zu mehr aktivitäten führen, wer mal auf eine heiße herdplatte gefasst hat weis wie schnell und intensiv man sein kann, ohne es gewußt zu haben. Wink

der menschliche ehrgeiz erfindet dinge die manchmal fast unglaublich sind, und genau diese dinge haben das potenzial einen hund oder sogar einen sport kaputt zu machen. schneller, höher, weiter, intensiver, beständiger, drangvoller, alles schön und gut, aber nicht zu lasten eines hundes oder des sportes.

meine eigene idee der ausbildung mit dem hund ist es vor allem vorhandenes potential im hund zu fördern, aber die natürlichen grenzen eines hundes nicht zu überschreiten, sie zu akzeptieren. ich möchte mal versuchen das an hand von barbaras kommentar zu erklären.

Barbara,'index.php?page=Thread&postID=153514#post153514' schrieb:Insgesamt verbessert sich der Hund ja auch stetig im Drang und der Intensität des Verbellens. Vermutlich liegt "unser" Problem auch mehr in meiner Ungeduld und ich erwarte schon zu viel, indem ich ihn mit meinem älteren Rüden vergleiche.
obwohl sich der hund in der intensität steigert, gibt es doch ängste über defizite beim hund, durch den vergleich mit dem schon älteren hund, evt sogar auch durch den vergleich mit anderen hunden. die leistungsgesellschaft läßt schön grüßen. das sind momente die zu entscheidungen führen die durch ehrgeiz getragen werden, man schafft konflikte, man frustriert was das zeug hält und manch einer greift zur peitsche und.....

ich für meinen teil akzeptiere zunächst einmal gewisse defizite, und setzte auf entwicklungen durch lernverhalten. sollte es dann im ergebnis nicht für ein super beständiges bellen unter was weiß ich nicht für ablenkungen reichen, ist das auch kein beinbruch, und der hund hat das geringste problem damit, er fühlt sich nicht minderwertig, er hat kein ego.

Barbara,'index.php?page=Thread&postID=153490#post153490' schrieb:Meine beiden Rüden wurden gleich aufgebaut. Verbellen über Fordern der Beute/ Frustration. Mit zunehmender Reife ging es dann bei meinem älteren Rüden in ein aggressives Bellen über, wobei er auch deutlich den Helfer und nicht die Beute verbellt. Der jüngere Rüde (2,5 J) zeigt bisher weiterhin eher ein "Beutebetteln", wobei mir da die Spur Aggression fehlt.
ich denke barbara ich weiß genau was du hier beschreibst, und ich finde das überhaupt nicht schlimm. vielleicht ist er erst mit 3,5 jahren so gereift das er sich wie dein älterer präsentieren kann, vielleicht wird er sich aber auch nie so zeigen.

man kann diese vermeindlichen defizite über elemente die viele "ausbildung" nennen kompensieren, man kann den hund in grenzbereiche bringen und diese erweitern, aber genau an dieser stelle läuft man gefahr sich dem ehrgeiz zu opfern, und damit ein stück weit auch den hund oder sogar den sport, das schlechte immage kommt ja nicht von ungefähr.

die "motivation verbellen" sollte aus meiner sicht getragen werden durch die akzeptanz der ursprünglichen leistungsfähigkeit eines hunde in verbindung mit einer öffentlichkeits verträglichen ausbildung. nicht die tricks und das schaffen von problemen für den hund zur leistungssteigerung sollte im vordergrund stehen.


- redtool - 22-12-2013

lusna,'index.php?page=Thread&postID=153555#post153555' schrieb:dazu zwei anmerkungen:
1. dem hund ist es egal, ob er eine prüfung erfolgreich ablegt oder nicht. (insofern beinflusst das seine motivation nicht ... auch nicht die motivation des jungen hundes zum verbellen).

- junger hund hat mit wehr nichts am hund, darum ging es auch zur keiner zeit...

- dem hund ist das prüfungsergebniss egal, aber nicht sein erleben beim verbellen. und wenn er hier eine sehr anspruchsvolle aufgabe erwartet wird er auch im hohen masse da ran gehen, das war gemeint


- Oswald Stanka - 22-12-2013

redtool,'index.php?page=Thread&postID=153565#post153565' schrieb:so rein vom video her würde ich es nicht so einschätzen das sie über wehr angekratzt wurden....
Ist korrekt werden fast ausschließlich im grünen Bereich gearbeitet. Hierzu eine Frage an dich, wie sichert ihr die Hunde bei Korrekturen ab? Meine steigen bei solchen Einwirkungen völlig aus und gehen gegen den Helfer, die Hündin z.B fängt an zivil zu Beißen. Und die Einwirkungen die ich brauche um sie wieder "klar Schiff" zu bekommen kosten mich mehr als sie mir bringen...

Habe die Ausbildungsschiene die du da vertritt´s selbst schon selbst viel und oft gemacht, und bin auch sehr gut damit gefahren. Nur meistens halt mit Hunden die schon versaut waren. Mit Hunden die bei 0 anfingen war es eher selten nötig.


- Oswald Stanka - 22-12-2013

redtool,'index.php?page=Thread&postID=153565#post153565' schrieb:MIR geht es letztlich darum den ansprüchen der richter gerecht zu werden
die sind mir wieder ziemlich egal, ich bilde meinen Hund für mich aus.
Wenn´s dem Richter dann auch noch gefällt, bin ich auch nicht böse Wink