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- Furbi - 19-12-2013 [size=18]Beutetrieb ermüdet beim verbellen[/size] - Volpi - 20-12-2013 Unglaublich in diesem Zusammenhang: "Wehrtrieb"! Eigentlich seit Jahren ein Unwort, weil es ein rektives Verhalten des Hundes beschreibt und im krassen Gegensatz zur gewünschten aktiven Sozialaggression steht! Wogegen muss der Hund sich denn beim Verbellen "wehren"? Gegen die Bedrohung durch den (passiven) Helfer, gegen die Dunkelheit im Versteck, ....? Oder sprechen wir hier über 3-Leinen-abgesicherte Zwangsverbeller? Bescheidener Versuch einer Übersetzung Hund-Mensch: "Och komm, bitte, bitte, gib mir doch schnell irgendwas, wo ich reinbeissen kann!" oder "Pass bloss auf, wenn Du nicht SOFORT raus kommst um mit mir zu raufen, dann komm ich womöglich rein um Dir die Eier abzubeissen!" Was davon wollen wir? Sonst alles prima! - Claudia Ph. - 20-12-2013 Hi, Volpi, ja stimmt, Wehrtrieb in der Deffinition ( Das ein Hund, der sich im Wehrtrieb befindet, um sein Überleben kämpft. also nicht kontrollierbar ist) hat im Hundesport nicht zu suchen, denn das ist spitz gefährlich. Wenn man allerdings unter "Weahrtrieb" versteht, das der Hund in Beuteaggression verbellt und arbeitet, ist das in unserem Sport völlig in Ordnung. Ich arbeite meine Hunde in der Beute, die ich in Beuteraggression weiterabeite, denn wie schon gesagt Beutetrieb ermüdet, während die vorhandene Aggression immer abrufbar und beständig ist. Und dann kommt es tätsächlich auf den jeweiligen Hund an, ob mit dem Erwachsenwerden, aus der Beuteaggression, Helferaggession wird. Der Vorteil in meinen Augen, der Hund ist in guter Beute "groß" geworden und wird das in Beute kanalisieren und die Balance zwischen Motiwation und Frustation mit /gegen den Helfer hält den Hund aktiv. tschööö - britta_vamos - 20-12-2013 Volpi,'index.php?page=Thread&postID=153497#post153497' schrieb:Unglaublich in diesem Zusammenhang: "Wehrtrieb"! Eigentlich seit Jahren ein Unwort, weil es ein rektives Verhalten des Hundes beschreibt und im krassen Gegensatz zur gewünschten aktiven Sozialaggression steht! Der Wehrtrieb ist das Bestreben des Hundes sich gegen physische und psychische Bedrohung oder gegen offene Aggression zu verteidigen. Allgemein: Wenn dem Tier offene Aggression entgegengebracht wird ihm aber die Fluchtmöglichkeit fehlt, kommt es zum Wehrverhalten. Funktionskreis: Aggressionsverhaltens, kann sich mit verschieden anderen Funktionskreisen überlagern. Auslösbarkeit: Drohen, Fixieren, aggressive Abwehr, Zubeißen. Triebziel: Das Triebziel, welches der Hund mit Wehrverhalten erreichen will, ist stets Meideverhalten beim Bedroher zu erzeugen. Wichtig: Der Wehrtrieb ist ständig aktivierbar. Er unterliegt nicht der reizspezifischen oder aktionsspezifischen Ermüdung. - tinka - 20-12-2013 moin zusammen, definition hin oder her. wichtig ist doch viel eher zu erkennen, in welchem bereich der hund sich emotional befindet. also seine ausdrucksform. für mich zeigt ein hund in der belastung deutlich selbstsicherheit, wenn alles an seiner mimik nach vorne ausgerichtet ist, er bewußt die aufmerksamkeit auf sich lenkt, nicht nur alleine das bellen. ohren sind vorne, stirnfalte tief, die rute hoch getragen. das bellen, wenn überhaupt gefordert, deutlich abgesetzt. für mich zeigt ein Hund in der belastung deutlich unsicherheit, wenn er vorne bleibt, das aber über maschinengewehrhaftes bellen/schreien kompensiert. . gleichwohl zeigt die mimik eine andere ausdruckform. ohren zurück, stirn glatt, rute waagerecht, lefzen bis anschlag aufgerissen und probleme hat mit seiner impulskontrolle . wenn man jetzt beide bilder vergleicht, so zeigt ersteres bild für mich einen offensiv agressiven hund, während der zweitere für mich wehrt. ich für meinen teil bevorzuge den ersten typ, denn der scheut nicht eine auseinandersetzung. der zweite typ steht mir zu sehr unter di-streß, was ein tatsächliches lernen und übersicht halten für den hund äußerst schwer macht. das sind dann die kandidaten, wo m.m. nach es ohne ständige absicherung zu großen problemen vor dem helfer kommt. da werden externe einflüsse dann noch gerne von dem hund aufgenommen, egal aus welcher richtung. gruß reinhard - lusna - 20-12-2013 britta_vamos,'index.php?page=Thread&postID=153499#post153499' schrieb:Auslösbarkeit: Drohen, Fixieren, aggressive Abwehr, Zubeißen. und nichts davon soll und darf ein helfer auf einer prüfung zeigen. der soll da passiv stehen ... neutral. ein hund, der aus dem wehrbereich aktiv wird, müsste dann eigentlich gelangweilt von dannen ziehen ... ein hund, der einen neutral dastehenden menschen als bedrohung ansieht - aggressiv erlebt - hat meiner meinung nach ein psychisches problem. Volpi,'index.php?page=Thread&postID=153497#post153497' schrieb:"Pass bloss auf, wenn Du nicht SOFORT raus kommst um mit mir zu raufen, dann komm ich womöglich rein um Dir die Eier abzubeissen!" und nicht zu vergessen "ich weiss, daß mein boss es nicht will, daß ich dir die eier abbeisse ... aber ich werde alles andere, was ich tun darf tun, um dich dazu zu bringen, daß du tust, was ICH WILL!" zumindestens theoretisch könnte eine hündischer gedankengang so aussehen. und dann wäre die erste motivation das bellen zu intensivieren aggression aus frust. und die zweite motivation es weiter zu intensivieren, daß lernen, daß dieses aggression erfolg hat, weil der helfer wie gewünscht reagiert. und aus diesem lernen gewinnt der hund dann auch sicherheit. theoretisch. lg l. - Detko - 20-12-2013 Zitat: Triebziel: Das Triebziel, welches der Hund mit Wehrverhalten erreichen will, ist stets Meideverhalten beim Bedroher zu erzeugen.:appl: :appl: :appl: MfG Detko :cheers: - britta_vamos - 20-12-2013 redtool,'index.php?page=Thread&postID=153470#post153470' schrieb:aus gegebenem anlass einer diskussion zum verbellen eines jungen hundes möchte ich mal hier eine frage weiter reichen lusna,'index.php?page=Thread&postID=153501#post153501' schrieb:britta_vamos,'index.php?page=Thread&postID=153499#post153499' schrieb:Auslösbarkeit: Drohen, Fixieren, aggressive Abwehr, Zubeißen. - lusna - 20-12-2013 britta was möchtest du mit den zitaten sagen? - Volpi - 20-12-2013 Also wenn wir hier schon klugscheissen im Zusammenhang mit Begriffen, dann sollten wir bei den wenigen, von der Wissenschaft der Verhaltensforschung bei Hunden akzeptierten bleiben. Und das heisst dann "Agonistisches Verhalten", wozu das ganze Wehr-Gedöns genauso gehört, wie das Flucht-/Meideverhalten. Nur genauso wenig, wie dieser Wehrscheiss hier in die Diskussion gehört, können wir dieses Verhalten in der Ausbildung brauchen. Genausowenig wie "Beuteaggression", auch ein totaler, selbsausgedachter Stammtischscheiss. Entweder ist ein Hund im Beute-/Jagdverhalten, oder in der Sozialaggression. Letztere als aktiver Bestandteil des agonistischen Verhaltens kann entweder darin begründet sein, dass der Hund den Helfer als Konkurrenten um seine Beute sieht, oder dass er eben gelernt hat, ihn aktiv mit seinem Drohverhalten (das des Hundes, nicht des Helfers, der darf nämlich in der Prüfung auch nicht drohen) zu einer Handlung (Kampf, Rückzug, Aufgabe der Beute) zu bewegen. Bestenfalls kann dieser Begriff "Beuteaggression" verwendet werden als Benennung des häufig zu beobachtenden Fehlverhaltens bei Helfern, die kunterbunt durcheinander Beutespiel-Impulse mit Drohgebärden vermischen und sich nach einem halben Jahr wundern, warum sich der Hund noch immer nicht auskennt. Klingt jetzt wieder kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht, wenn man's schön auseinander hält. |