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Calciummangel und Blutarmut
#1
Hallo, ich habe gerade ein großes Blutbild meiner beiden DSH machen lassen. Das Ergebnis ist nicht so gut, wie ich erwartet habe, dennoch aber im grünen Bereich. Beiden Hunden (vier und ein Jahr/e alt) fehlt Calcium und auch die roten Blutkörperchen sind an der unteren Grenze. :deal:

Jetzt muss ich gegensteuern und zwar mit erhöhten Calciumgaben (obwohl ich einmal täglich Rinderbrustbeinknorpel füttere) und mit Eisenpräparaten.

Dazu zwei Fragen: Wieso kann Calciumcarbonat von Hunden schlechter aufgenommen werden als Calciumcitrit? Soll ich außer dem Eisenpräparat zusätzlich auf eisenhaltige Ernährung achten, also zB Petersilie, Rote Beete usw. füttern? Der TA sprach von einem halben Jahr "Behandlung", um die Mängel auszugleichen.

Zur Info: Ich füttere alle Fleischsorten außer Schwein, dazu manchmal Fisch, den aber gedünstet. Sie bekommen außerdem Vollwertflocken, Gemüse, Obst, Milchprodukte wie Frischkäse, Quark etc..

Bin dankbar für Ratschläge und Erfahrungsberichte,
viele Grüße
Gaby
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#2
Hallo Gaby,

wer sagt denn, daß in der Nahrung zu wenig Calcium enthalten ist? Möglicherweise liegt eine Resorptionsstörung vor, die auftreten kann wenn zu viel Calcium verfüttert wird bzw. wenn andere Komponenten fehlen, die für den Calciumstoffwechsel wichtig sind. Zudem wurden die wissenschaftlichen Angaben zum Calciumgehalt, der in der Hundenahrung enthalten sein soll, gerade erst halbiert. D.h. wir haben angeblich Jahrzehntelang mit dem FeFutter zu viel Calcium verfüttert, da sich die Hersteller natürlich an die aktuellen allgemeinen Empfehlungen halten.

Wenn täglich Knochen verfüttert werden, sollte in der Nahrung eigentlich genügend Calcium enthalten sein. Ich würde eine Zeit lang täglich etwas Algenmehl zufüttern, weil dieses die Aufnahmefähigkeit für das in der Nahrung enthaltene Calcium erhöht.

In Bezug auf das Eisen wäre es wichtig zu wissen, wie der Tierarzt bzw. das Labor den Eisenmangel festgestellt hat. Wurde der Mangel anhand des Hb-Wertes bzw. Eisenwertes im Serum diagnostiziert? Dieser Wert hat wenig Aussagekraft. Dafür müßte der Ferritingehalt im Serum bestimmt werden.

Eisen ist ein Stoff, der bei einem "zuviel" im Körper sehr viel Schaden anrichten kann (begünstigt nachweislich u.a. Herzinfarkt, Arteriosklerose und Krebs). Deswegen ist der Organismus bei dessen Speicherung sehr sehr vorsichtig. Auch Infektionen werden durch viel Eisen im Körper begünstigt, weswegen schwangere Frauen gegen Ende der Schwangerschaft generell an einem Eisenmangel leiden. Damit will der Körper Infektionen bei der Geburt vorbeugen. Durch eine geringere Eisenresorption unterstützt der Körper bei Infektionsgefahr das Immunsystem.

Man muß auch bedenken, daß alle Normwerte anhand von mit Trockenfutter ernährten Laborhunden gewonnen wurden. Einige Normwerte liegen bei mit Frischfleisch ernährten Hunden anders, ich weiß jetzt aber nicht genau welche das waren. Hatte mir das beim letzten Blutbild meiner Hunde notiert, müßte ich mal nachsehen.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#3
Hallo Antje, danke für Deine Antwort. Ja, das mit den Normwerten würde mich interessieren, falls Du das mal nachschauen könntest? Ich habe mich auch gewundert, ich dachte eigentlich, die Calciumwerte müssten stimmen, wenn ich einmal täglich fleischige Knochen (nicht nur Rinderbrustbein, auch Hühner- und Putenhälse, Karkassen, Wildrippen etc.pp) füttere. Algenmehl habe ich immer mal wieder zugefüttert, sie bekommen auch Kelp – da fällt mir ein, wie sieht es eigentlich mit Kieselerde aus *blödfrag*? Davon gebe ich auch immer mal wieder einen Teelöffel wegen der Wachstumsstörungen des „Kleinen“ (knapp 70 cm Widerrristhöhe, 13 Monate alt)....

Ich habe die Diagnose bis jetzt nur fernmündlich, hole mir aber die beiden Berichte demnächst ab und lege sie einer Humanmedizinerin (und Hundeführerin) vor, die mir sicher bei der Auswertung der Befunde helfen kann. Laut TA sind die Hämoglobinwerte optimal, nur sind zu wenig rote Blutkörperchen vorhanden – deshalb das Eisenpräparat.

Naja, das ist eine Wissenschaft für sich... aber ich werde den Durchblick schon noch kriegen - hoffentlich :?:

Grüßle Gaby

Hier noch ein guter Link bei Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenmangel
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#4
Hallo Gaby,

habe mal nachgesehen, die veränderten Werte des Blutbildes bei frischgefütterten Hunden betreffen wohl eher die Harnstoffwerte etc., nicht Calcium, Eisen usw.

Solange keine klinischen Symptome vorliegen würde ich mir keine weiteren Gedanken machen über die Werte. Gerade beim Eisen wäre mir ein zu niedriger Wert lieber als einer, der ständig an der oberen Grenze des Normalbereiches liegt. Ein Großteil der Weltbevölkerung leidet angeblich an Eisenmangel. Versuch, das durch die entsprechenden Medikamente auszugleichen, haben dazu geführt, das in den betreffenden Gebieten anschließend viel mehr Menschen an Infektionserkrankungen wie z.B. der Malaria gestorben sind. Und da Eisen nicht nur für das Wachstum bzw. die Vermehrung der meisten Krankheitserreger notwendig ist, sondern im Organismus auch sehr viel Schaden anrichten kann, schraubt der Körper die Aufnahme des Eisens aus der Nahrung herunter, sobald er genug davon in seinen Depots hat.

Genau wie beim Eisen reguliert der Körper auch beim Calcium die Aufnahme aus der Nahrung herunter, wenn ihm zu viel davon angeboten wird. Ich würde mal anhand von Ernährungstabellen die Calciummenge ausrechnen, die Du Deinen Hunden bisher verfüttert hast. Wenn Die Nieren- und Schilddrüsenwerte stimmen, liegt vielleicht darin des Pudel's Kern begraben. Ansonsten würde ich mal eine Zeit lang das Getreide weg lassen (die darin enthaltenen Phytine hemmen die Calciumaufnahme), ebenso Gemüse mit viel Oxalsäure (z.B. Spinat). Aber bei dem Futter was Du angegeben hast (Knochen, Milchprodukte etc.) kann nicht zuwenig Calcium enthalten sein.

Grüße

Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."

Mark Twain
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#5
Hallo Antje, vielen Dank fürs Nachsehen;-))

Und gleich noch eine Frage: Du hast geschrieben „Zudem wurden die wissenschaftlichen Angaben zum Calciumgehalt, der in der Hundenahrung enthalten sein soll, gerade erst halbiert.“ Könntest Du mir hierzu sagen, auf welche Studie/Untersuchung/Quelle Du Dich beziehst? Ich würde das gerne mal nachlesen.

Das mit der Eisenzufuhr = erhöhte Infektionsgefahr werde ich versuchen zu umgehen, indem ich zunächst ein Vitamin-C Präparat in geringer Dosis gebe. Angeblich lässt sich das Eisen aus der „normalen“ Nahrung damit besser verwerten.

Ja, und solange die zwei Racker so putzmunter und fröhlich sind, mache ich mir auch keinen übermäßigen Kopf. Werde es halt im Auge behalten und nach einer gewissen Zeit nochmal ein Blutbild machen lassen.

Danke auf jeden Fall für Deine Hilfe!
Viele Grüße
Gaby
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