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Erkennen von Linkslastigkeit
#41
erwin,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172764#post172764 schrieb:wenn man die wesensziffer nicht auf den schutzdienst bezieht, wo sie auch nichts mit zu tun hat ,erleichtert das den umgang mit selbiger .

Mal einfach zusammengefasst:

egal wie man die 10 DDR Punkte schreibt, ob waagerecht, senkrecht oder im Kreis:die beiden Extreme „gutartig“ und „bösartig“ stehen immer direkt nebeneinander.Je nach Schreibweise kommt man also waagerecht und senkrecht zu Mittellastigkeit und fast Mittellastigkeit oder kreisförmig zu „Oberlastigkeit“ und „fast Oberlastigkeit“. Zu Links- und Rechtslastigkeit kommt man in keinem Fall.


Nehmen wir mal an, daß die 10 Stichpunkte auf der DDR Liste das Wesen eines Hundes beschreiben wollen. Die Kriterien, die überwiegend auftauchen, sind: Schärfe, Aggressivität, Gut-und Bösartigkeit und Härte gegen Einwirkungen. Daß ohne Beschreibung der Situation und des konkreten Verhaltens diese zentralen Begriffe extrem unscharf sind, laß ich hier mal außer Betracht. Irgendwie um Schutzeigenschaften ging es schon.

Sie beziehen sich zentral insgesamt überwiegend auf das Verhalten gegenüber Menschen. Und zwar hauptsächlich in einer Konfliktsituation, in der auf den Hund eingewirkt wird. Das ist eine sehr kleine Auswahl aus dem notwendigen Verhaltensrepertoire eines Gebrauchshundes. Also im besten Fall ist das DDR-System eine sehr eingeschränkte, unvollständige, ungenaue, widersprüchliche und unsystematische Stichwortliste, die mit linken und rechten Wesenseigenschaften nichts zu tun hat. Für die Beurteilung der genetischen Wesenseigenschaften eines Hundes erfüllt sie noch nicht mal die Mindestanforderungen.

Und da man trotz aller theoretischen Mängel immer auch das Ergebnis betrachten sollte:
Auch gute Hunde aus reiner DDR-Linie haben im Leistungsvergleich mit West-LZ überwiegend versagt. Sie waren kräftig, robust, oft ernsthaft und hart gegenüber Schlägen, aber nur schwer motivierbar, wenig arbeitsfreudig, eher desinteressiert an Kooperation und angewiesen auf grobe Reize, damit sie mal aus dem Quark kamen. So hatte sich der „stumpfe und faule Osthund“ schnell aus den Leistungsvergleichen und der Leistungszucht verabschiedet. Er ist ein Hund für private Nostalgiker geblieben, die alten Zeiten nachtrauern und auf einen modernen Leistungshund keinen Wert legen.
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#42
bru-no,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172766#post172766 schrieb:Auch gute Hunde aus reiner DDR-Linie haben im Leistungsvergleich mit West-LZ überwiegend versagt. Sie waren kräftig, robust, oft ernsthaft und hart gegenüber Schlägen, aber nur schwer motivierbar, wenig arbeitsfreudig, eher desinteressiert an Kooperation und angewiesen auf grobe Reize, damit sie mal aus dem Quark kamen. So hatte sich der „stumpfe und faule Osthund“ schnell aus den Leistungsvergleichen und der Leistungszucht verabschiedet. Er ist ein Hund für private Nostalgiker geblieben, die alten Zeiten nachtrauern und auf einen modernen Leistungshund keinen Wert legen.

Gaubst Du wirklich, dass die von Dir als untauglich bezeichnete WZ-Scala der Grund für die von Dir bemängelte Qualität der in der DDR gezüchteten Hunde war?

Am Ende bekam man im Osten wie im Westen nur Hunde in die Zucht, die die Minimalanforderungen im Schutzdienst erfüllten. Die Vergabe der WWZ auf der NZB diente lediglich zur Erfassung grundlegender Wesenseigenschaften für die Auswertung der Vererbung der Eltern. Die vergebene Ziffer für das Grundwesen auf ZTP und Körung hing im Wesentlichen von den vergebenen Ziffern für Schärfe (Flucht) und Härte (Henzesche Mutprobe) ab. Danach wurde nur noch zwischen links liegend (3/22 bis 3/55) und rechtsliegend (7/22 bis 5/55) unterschieden. Ob ein rechtsliegender Hund eine 5, 6, oder 7 bekam, lag aussschließlich am Ergebnis der Ziffern für Schärfe und Härte. (7/43 oder 6/34 oder 6/54 oder 5/45)
Das war fest gekoppelt und hing mit den Aussagen über die Empfindsamkeit gegenüber Einwirkungen (Stockschläge) zusammen.

Im Übrigen war die Differnziertheit der tatsächlichen Wesenseigenschaften der DDR-Hunde mindestens genau so groß wie heute. Hunde wie RolfOsnabrüchker Land, Alf Nordfelsen, Bernd Lierberg übten einen großen Einfluss auf die DDR-Zucht aus.
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#43
Du sprichst für mich als Westler in Rätseln.

Scala kenn ich nur im Zusammenhang mit Opern und als Programmiersprache.

An wessen Ende? Am Ende der DDR? Am Ende der Selektion? Im Westen stand es jedem Züchter immer frei, Hunde mit Leistungen und Veranlagungen weit über die Minimalforderungen nicht nur im SD, sondern in allen drei Abteilungen, in die Zucht zu nehmen. Das macht jeder gute Züchter hier bis heute so. Jedenfalls im Leistungsbereich.

Die billige SV-Körung im Westen wurde und wird von den Leistungsleuten selbstverständlich als Quatsch erkannt, das untaugliche Bewertungssystem der DDR soll offensichtlich gerade heilig gesprochen werden.
Wenn das Grundwesen auf das Verhalten bei Flucht und Mutprobe, auf Schärfe und Härte reduziert wird, sollte man sich über den Niedergang des ostblütigen Hundes im Leistungsbereich nicht beschweren. Da konnten ein paar eingekreuzte Westhunde auch nichts wesentlich dran ändern. Das untaugliche Bewertungssystem der DDR ist voll verantwortlich.

Der Quatsch vom Ulbricht mit seinem „überholen ohne einzuholen“, folgte der gleichen Logik: ohne alle Kriterien für eine erfolgreiche Wirtschaftsweise zu erfüllen, wollte die Planwirtschaft das westliche Wirtschaftswachstum überflügeln. Ohne alle Kriterien (und das sind wesentlich mehr als Schärfe und Härte) für einen erfolgreichen Leistungshund zu berücksichtigen, wollte man den besseren Hund züchten. So erlitt der Osthund das gleiche Schicksal wie die DDR Wirtschaft: leistungsmäßig nicht wettbewerbsfähig, von Einzelfällen abgesehen.
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#44
Verstehe nicht, warum Du aus der wertfreien Beschreibung eines verganenen Zustands eine ideologische Auseinandersetzung machen willst.

Mir ging es in keinster Weise um eine Heiligsprechung desWZ-Systems, sondern lediglich um eine Erklärung, wiie man damals rechts- und linksliegende Hunde einordnete.

Die Selektion jedes einzelnen Züchters war damals wie heute im Rahmen des zulässigen sehr verschieden. Die WZ war lediglich ein Anhaltspunkt. Leistungsorientierte Züchter haben sich wie heute die Hunde bei der Arbeit angesehen und sich nicht von einer vergebenen WZ leiten lassen. Schauorientierte waren eher daran interessiert, dass ihre Zuchtpartner nicht eine 7/22, sondern möglichst eine 6/44 hatten, auch um die Welpen besser verkaufen zu können.

Dass das die Rasse schlecht gemacht haben soll, kann ich nicht nachvollziehen.
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#45
Da hatte eher die DDR-Prüfungsordnung im SD und die Richtweise (auch bei Körungen) einen Einfluss auf die Leistungsveranlagungen der Zuchthunde, weil sie kaum Wert auf Auslassen und Bewachen legte, sondern das seeligmachende allein im Anbiss und Griff sah.
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#46
bru-no,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172768#post172768 schrieb:Scala kenn ich nur im Zusammenhang mit Opern und als Programmiersprache.

An wessen Ende? Am Ende der DDR? Am Ende der Selektion?

Für meinen Rechtschreibfehler möchte ich natürlich untertänigst um Entschuldigung bitten, natürlich muss es Skala heißen und meint die Zahlenskala von 0-9 und "Am Ende" möchte ich Dir mit den Synonymen "letztendlich" oder "schließlich" näher bringen und hoffe, dass Du damit etwas anfangen kannst.
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#47
bru-no,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172766#post172766 schrieb:Und da man trotz aller theoretischen Mängel immer auch das Ergebnis betrachten sollte:
Auch gute Hunde aus reiner DDR-Linie haben im Leistungsvergleich mit West-LZ überwiegend versagt. Sie waren kräftig, robust, oft ernsthaft und hart gegenüber Schlägen, aber nur schwer motivierbar, wenig arbeitsfreudig, eher desinteressiert an Kooperation und angewiesen auf grobe Reize, damit sie mal aus dem Quark kamen. So hatte sich der „stumpfe und faule Osthund“ schnell aus den Leistungsvergleichen und der Leistungszucht verabschiedet. Er ist ein Hund für private Nostalgiker geblieben, die alten Zeiten nachtrauern und auf einen modernen Leistungshund keinen Wert legen.

wie unterschiedlich doch die sicht auf die dinge sein kann.
zum mauerfall war ich in berlin und hatte kontakt zu der og weißensee, die hatten tolle hunde
nach der wende haben die mit ihren hunden den og wettstreit gewonnen was mir besonders in erinnerung ist, eine 96er uo eines faulen DDR hundes.
97 gab es an dem tag nicht.
ja und es gab auch noch 3 BSP teilnehmer in der folge aus dieser og und mit DDRblütigen hunden.
93 bin ich nach niedersachsen gesiedelt grenze MV .
in der og war einer der ging 2 mal zur bsp ,eine tochter von diesem rüden, DDRblütig 1 mal zurBSP ,daraus eine tochter die dann allerdings BRD/DDRblütig war 2mal zur BSP 2mal bundes FCI.
will im grunde heißen da gab es hunde die genauso brauchbar waren wie bei uns.und gute hunde sind doch auch bei uns recht wenige bezogen auf das zuchtpotential.
und damit kommen wir zu den wesensziffern
das du damit nichts anfangen kannst liegt das daran das du dir anhand dieser ziffern nicht den hund vorstellen kannst. einige können das, was daran liegt das sie das ziffern system verstanden haben.
und ob du das für gut befindest oder nicht spielt keine rolle .wenn sich die alten über wertmessziffern unterhalten wissen die warscheinlich wovon sie sprechen während dir nur die rolle des zaunkönigs bleibt der nur bahnhof versteht.
aber auch das ist nicht so schlimm, erstens gibts die ja nicht mehr und zweites bleibt dir ja noch das was der DMC anbietet und wenn du das verstehst ist doch alles gut.
mfg erwin
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#48
Einfach nur zu sagen „wenn du nicht meiner Meinung bist, hast du nichts verstanden“ überzeugt micht nicht. Meine Argumente schon im ersten Beitrag hier, sind nicht widerlegt worden. Auf eine ständige Widerholung habe ich keinen Bock. Nur noch eins zur Normalverteilung:

Quelle: Wertmeßziffern, 2. Auflage 1975, Herausgeber: Sektion Dienst- und Gebrauchshundewesen Spezialzuchtgemeinschaft deutscher Schäferhunde

„Für die wertmäßige Beurteilung der Wertziffern ist zu beachten, daß die Zahl 5 die erstrebenswerte züchterische Höchstleistung bedeutet, 4 - 0 wie 6 - 9 Abweichungen zum Ausdruck bringen. Die meist festzustellende und auch gesunde Mittellage von 3 - 7 kennzeichnet damit auch die Streubreite in der Zucht.“

Damit gehört 4 („bösartig“) zur gesunden Mittellage.

Das ganze „System“ kann man nur vor dem Hintergrund der militaristisch gewaltorientierten Ideologie der DDR verstehen.

Auch bei den Malis, Herders usw. gibt es bei den Züchtern für KNPV (was ebenfalls nicht als Sport gesehen wird, sondern als Vorbereitung für den Polizeidienst) eine Richtung, die einseitig den derben Hund bevorzugt. Damit handelt man sich ebenfalls vermehrt stumpfe und faule Hunde ein, was bei der lustlosen UO dann deutlich sichtbar wird, aber als normal hingenommen wird. Die bru-talen Ausbildungsmethoden tun natürlich ihr übriges. Auch produziert die Zucht vermehrt gefährliche, nicht soziale Hunde, die im moralisch (nicht wie im DMC verhaltensbiologisch) orientierten DDR-Laiensprachgebrauch dann wohl mit „bösartig“ bezeichnet werden.

Westzüchter, die nach der Wende mit einem Osthund gezüchtet haben, um etwas mehr Derbheit in ihre Linie zu kriegen, haben das schnell wieder aufgegeben, weil sie merkten, daß sie sich damit auch Stumpfheit und Faulheit einhandelten.
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#49
War die anfängliche Frage von Steffi nicht, wie solche linkslastige oder aber rechtslastige Hunde zu erkennen und zu erziehen, bzw. trainieren sind?
Das ist doch eine interessante Frage.

Mit freundlichem Gruß,
Kimmy
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#50
genau Kimmy.. das war im groben die ursprüngliche Frage.
Gruß Steffi ...
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