20-12-2009, 12:12
DSH-Freak,index.php?page=Thread&postID=81744#post81744' schrieb:Das ist schon korrekt was du schreibst. Allerdings muss Meideverhalten nicht zwingend von Angst oder Schmerz gesprägt sein.
In der Verhaltenswissenschaft ist aversiv das, was ein Lebewesen meiden oder verlassen will, das muss nicht unbedingt Schmerz sein. Im Gegensatz zu appetiv, was gesucht bzw. beibehalten wird.
Der Ruck und/oder Stromimpuls der Kontatkmethode wirken auf den Hund aversiv. Allerdings nicht als Strafreiz nach oder während eines unerwünschten Verhaltens, sondern vor dem Verhalten des Hundes. Der Hund verknüpft damit zwangsläufig nicht nur das gleichzeitig gegebene Kommando als unangenehm, sondern die gesamte Trainingssituation. Aufgefangen werden soll das durch die Belohnungen bei fehlerfreier Ausführung. Bei einem triebigen Hund geht das auch ganz gut, der sagt sich dann: Ach fängt der Mist wieder an, aber es gibt ja auch Ball dann. Da muss ich eben durch. Sagt sich der reaktive Hund.
Die Einstellung eines Hundes, der nicht mit Aktivierungszwängen bei jedem gelernten Kommando belegt wird, sondern nur mit positiver Bestätigung (solange er keinen Fehler macht), ist: Oh, Training ist geil, da kann ich mir was verdienen. Komm, gib mir endlich ein Kommando. Das ist appetiv. Das forder ich. Sagt sich der aktive Hund.
Wer mehr Spass am Training hat, ist ja wohl klar. Und das zeigt sich in der Ausstrahlung.
Im übrigen sind die meisten aversiven Reize bei Fehlern des Hundes kontraproduktiv. Einen Hund zu strafen, weil er z.B. statt Sitz aus der Bewegung Platz macht, ist dumm. Lässt er sich dagegen in einem fortgeschrittenen Stadium der Ausbildung in der Freifolge ablenken, kann eine Einwirkung für ihn eine tatsächliche Hilfe sein aufmerksam zu bleiben. Wenn richtiges Verhalten dann gleich positiv bestätigt wird, geht das auch nicht zwangsläufig auf die Ausstrahlung.

