20-12-2009, 00:12
Bettina Balters,index.php?page=Thread&postID=81750#post81750' schrieb:Es dauert evtl. länger, bis der Click-Hund "kaputt" ist. Aber ich bin der Meinung, daß langfristig gesehen psychischer Streß den Hund sogar nachhaltiger kaputt macht als körperliche Einwirkungen.
Nunja, und da sehe ich schon einen Punkt. Konditioniere ich einen Hund erstmal richtig auf den Clicker und das Shapen und fange dann urplötzlich an den Hund damit mehr oder weniger absichtlich zu malträtieren, dann kann ich einen Hund schon sehr verunsichern. Allerdings setzt das ja schonmal voraus das ich in der Lage bin das richtig zu konditionieren - andernfalls ist dem Hund der Clicker ziemlich wurscht. Sieht man immer wieder.. da wird geclickt was das Zeug hält, aber der Einfluss auf den Hund ist irgendwie nicht ganz klar.
In der entsprechenden Situation kann eine entsprechende Einwirkung (auch die Dosierung kann ja schonmal eine Sache für sich sein..) mir aber für sehr sehr lange Zeit zu knabbern geben.
Desweiteren erzeugen körperliche Einwirkungen, gerade wenn sie sehr unpassend und für den Hund nicht zu durchschauen sind, eigentlich auch immer psychischen Stress (wobei Stress an sich ja nicht zwingend schlecht ist). Dieser meist negative Stress ist im übrigen auch kaum förderlich für effektives Lernen.
Schaut man sich in der Hundesportwelt so um, dann finde ich schon das sich sagen lässt, dass ein Hund der vielleicht nicht perfekt weitestgehend positiv ausgebildet wird deutlich weniger Stress hat als einer, der mangelhaft mit vielen aversiven Reizen ausgebildet wird.
Auch aus eigener Erfahrung.. meiner Golden Hündin, die zwar durchaus weiss das sie auch muss und wirklich sehr zuverlässig arbeitet, kann man in kürzerster Zeit ohne großen Aufwand durch Bestätigung in der richtigen Situation ein anderes Verhalten schmackhaft machen. Möchte ich ihre Position verändern (z.B. sie beim Fuß weiter hinter bekommen), dann ist das keine große Sache (wobei das dann natürlich auch noch gefestigt werden muss).
Würde ich also heute irgendeinen Mist bauen, jemand anderes würde sie übernehmen und würde das korrigieren wollen, dann wäre das tendentiell wohl eher kein Problem. Bei einem Hund der hingegen unsachgemäß vor allen Dingen durch aversive Reize ausgebildet worden ist, ist es zweifelhaft ob der Hund die dadurch erworbenen Verhaltensweisen wohl je wirklich ablegen wird.
Mann kann ja von mir aus so arbeiten (ist ja die Entscheidung des Einzelnen), und wie schon erwähnt, bei jemanden der das wirklich beherrscht ist das sicher auch eine effektive Art der Ausbildung, aber wenn ich mich mal so umschaue, so sehe ich deutlich weniger Risikopotential darin dem ein oder anderen einen Clicker in die Hand zu drücken als ein TIG+"Anleitung" zur Kontaktmethode.
LG Janina


