27-11-2008, 10:11
Mika,index.php?page=Thread&postID=59415#post59415' schrieb:Ich glaube noch immer das diese Hightech Futtersorten, die wirklich viel Geld kosten, eigentlich nur dem Futterproduzenten etwas bringen, jedoch der Glaube versetzt Berge.
Hallo Mika,
richtig viel Geld bringt den Futterproduzenten die Verarbeitung ihrer Abfälle, vor allem in Bezug auf Getreidekomponenten, aus der Lebensmittelindustrie. Die uns geläufigen großen Futtermittelhersteller sind ja fast alle Anhängsel irgendwelcher Großkonzerne wie Procter & Gamble oder Mars Incorporated. Da die Entsorung der Abfälle teuer wäre und in manchen Fällen problematisch, verdienen die Hersteller nicht nur durch den Verkaufserlös des Hundefutters, sondern in großem Maß noch durch die Einsparung der Entsorgungskosten. Leider sind alle Jahre wieder tote Hunde und Katzen die Folge dieser großkonzernlichen Abfallentsorgung im Tierfutter. Siehe die Futtermittelskandale im Winter 2007/2008 in den USA und in Canada oder im Winter 2005/2006 in USA, wo immer wieder z.B. Getreidekomponenten mit so hoher Schimmelpilzgiftbelastung ins Tierfutter gelangen daß es tote Tiere gibt. Von den Langzeitschäden der Tiere, die nicht direkt an solchem Futter versterben, mal ganz zu schweigen. Im letzten Winter waren auch renomierte Hersteller vertreten die ihre Futter in Deutschland vertreiben.
Sicherlich hast Du recht daß manches Futter im Hochpreislevel seinen Preis nicht wert ist. Weil darin der gleiche Scheiß enthalten ist wie in Futtersorten aus dem unteren und mittleren Preislevel. Es gibt aber im höheren Preislevel auch Futtersorten, für die aufgrund der Qualität und Herkunft ihrer Rohstoffe der höhere Preis gerechtfertigt ist. Ein Futter, dessen Hauptzutat z.B. Fleischmehl aus Muskelfleisch ist, muß teurer sein als ein Futter dessen Hauptzutat z.B. aus Mais in Futtermittelqualität besteht. Hinzu kommt, daß durch den Verzicht auf in Futtermitteln häufig eingesetzte synthetische (und krebserregende) Antioxidationsmittel und Konservierungsstoffe der Herstellungsprozess verkompliziert und die Haltbarkeit der einzelnen Futterkomponenten (Fleischmehl wird ja häufig nicht sofort nach seiner Herstellung verkauft und verabreitet, sondern kann schon beim Hersteller eine ganze Zeit lang lagern) und später dem Fertigfutter verkürzt wird.
In den meisten Premiumsorten der Discounter steckt ein Markenfutter zumindest aus dem mittleren, manchmal auch hohen Preisbereich renomierter Hersteller. Wenn einem viel Getreide in manchmal fragwürdiger Qualität in Verbindung mit fragwürdiger Chemie im Hundefutter recht ist (wohlgemerkt: Unsere Hunde bekommen dieses Futter oft jahrelang tagtäglich in den Napf, im Gegensatz zu uns die derart belastete Kekse o.ä. nur sporadisch essen), dann kann man durchaus zum Discounterfutter greifen und muß für die Originalverpackung nicht das zwei- bis dreifache zahlen. Wenn einem die Zusammensetzung der (oft teuren) Originalfutter aber nicht zusagt wird man mit den Discounterfuttern nicht glücklich werden. In dem Fall lohnt es sich mal bei "Nischenprodukten" wie z.B. dem erwähnten Orijen zu schauen. Die natürlich ihren Preis haben (der bei manchem Hund durch eingesparte Tierarztkosten wieder wett gemacht wird). Wie bei Lebensmitteln muß man sich bei Futtermitteln im klaren darüber sein daß "billig" nicht einhergehen kann mit hochwertigen Zutaten und schonender Verarbeitung.
Grüße
Antje
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Mark Twain


