29-03-2021, 08:03
Gillou,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/27061-M%C3%B6glichkeiten-zur-Verbesserung-der-Ausbildung-f%C3%BCr-%C3%BCberregionale-Hundesportwettk%C3%A4/?postID=191122#post191122 schrieb:Ich für meinen Teil grätsche dazwischen wenn ich irgendwo , ob auf fremden Plätzen oder zu Hause Tierquälerei mitbekomme. Solange aber tiergerecht ausgebildet wird werde ich allerdings auch keinen anschwärzen wenn er eventuell dies oder jenes Hilfsmittel benutzten sollte. Meiner Meinung nach sind die Extremisten unter uns LR hauptsächlich dafür verantwortlich daß es solche ausbilderischen Auswüchse vermehrt vorkommen. Hier ein klein wenig gerader , dort vielleicht ein ganz klein wenig dichter. Übung "noch gut". Also immer das Unmögliche als das Perfekte hinstellen. Es gibt einen uralten Spruch :" nach fest kommt ab"!Hallo Thomas,
ist jetzt aber etwas inkonsequent. Auf der einen Seite machst Du LR als "Extremisten" dafür verantwortlich, wenn sie ein Regelwerk so auslegen, wie es von Dir zitiert wird, auf der anderen Seite tolerierst Du Regelverstöße seitens der Hundeführer, wenn mit unerlaubten Hilfsmittel gearbeitet wird. Sorry, aber das eine geht nicht ohne das andere. Entweder Hundeführer brauchen sich nicht an die Regeln halten, dann darf sich aber auch jeder Richter seine eigene PO schreiben, oder wir halten uns alle an die Regeln. Dazwischen gibt es nichts.
Was die von Dir zitierten "Auswüchse" angehen: Da muss ich teilweise widersprechen. Das "Exakte" arbeiten bekommst Du ohne großartige Zwangsmaßnahmen hin. Ich bin durch meine Frau ebenfalls in der Sparte "Obedience" unterwegs und die Hunde arbeiten dort sehr exakt und sehr korrekt. Gerade alles was mit "Positionen" zu tun hat, wird dort in höheren Klassen sehr rigoros und empfindlich bewertet. Und die Hundeführer sind größtenteils alles welche, die langläufig als "Wattebauschwerfer" bezeichnet werden. Trotzdem arbeiten dort die Hunde sehr exakt, fokussiert und technisch auf einem sehr hohen Niveau.
Es sieht eben nur nicht "spektakulär" aus. Wenn Richtertätigkeit die Ausbildung dahingehend beeinflusst, dann nicht wegen "noch dichter" und "noch gerade" sondern eher mit "noch druckvoller", "noch schneller", "noch zielstrebiger", etc..
Gerade in der Unterordnung werden die Hunde teilweise trieblich an der Grenze zum Irrsinn geführt. Die Hunde sind zum Teil sowas von "über dem Punkt" was Trieb und Nerventätigkeit angeht, das bekommst Du nur in einem starren Zwangskorsett stabilisiert. Ansonsten explodiert Dir die Ausbildung in alle Richtungen und der Hund bekommt diese Kontrolle gar nicht mehr hin. Und hier sehe ich in der Tat die Gefahr. Es reicht eben häufig nicht, wenn ein Hund eine Übung flüssig, konfliktfrei und korrekt ausführt, sie muss auch noch besonders druckvoll, besonders schnell und besonders spektakulär sein. Wenn der Hund bei der Aufnahme des Bringholzes nicht mit den Vorderpfoten die Grasbüschel durch die Luft wirbelt oder beim Voraus die letzten Meter auf den Brustwarzen rutscht, dann war die Übung nicht "druckvoll" und der Hund sollte sich "engagierter" oder "zielstrebiger" zeigen. Ich denke, das sind eher die Auswüchse, die solche Extreme begünstigen.... einerseits das Richter sowas sehen wollen, andererseits das auch Zuschauer bei so einer "unnatürlichen Schnelligkeit" applaudieren und solche Vorführungen auf Facebook als "besonders sehenswert" teilen. Solche Arbeiten werden gefordert, also wird das auch so ausgebildet.... koste es, was es wolle.
Viele Grüße
Sören


