11-03-2018, 19:03
Bine DSH,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/26356-Schutzdienst-Video´s-von-H-Raiser/?postID=183085#post183085 schrieb:Nur kurz als Zwischenbemerkung - will to please ist nicht notwenderweise nur angeboren, den kann man auch anerziehen... Ist etwas aufwändiger als aberziehen, geht aber...
Der Hund an sich ist ein soziales Wesen, will heißen, er ist von seiner Natur her dazu geschaffen, in einem Sozialverband zu leben. Warum also sollte er per se GEGEN seinen Hundeführer arbeiten? Ich verstehe diese Logik nicht ganz. Wenn mein Hund mich mag und Spaß hat an der Arbeit mit mir, warum sollte er sich dann gegen mich stellen???
Den absoluten will to please kannst du nicht anerziehen, den bringt ein Hund mit.
Der absoluten Willen zum Gefallen heisst ja nicht, dass der Hund für oder gegen seinen HF arbeitet - das wäre viel zu einfach und v.a. ist das die Herangehensweise von vor 20 Jahren. Jeder Hund der damals nicht tat was man wollte war "dagegen".
Heutzutage heisst, dass der Hund (oder auch jedes andere soziale Wesen) seine "Aufgabe" entweder mit 120% erledigt oder eben nur mit 70,80, 90% - zumindest solange er nicht ums Überleben kämpfen muss.
Und für den absoluten Spitzenhundesport brauchst Du keinen Hund den Du auf die Fährte fährst...und der sagt...äh nö....halber Einsatz reicht auch...sondern einer der dasteht und brennt "juhu, ich passe so dermassen auf, dass ich nix übersehe und ausserdem liebe ich diesen Sport" (mal sehr vermenschlicht ausgedrückt).
Das siehst Du bei Hunden die Agi machen, die einen arbeiten mit und laufen und die anderen rasen und verbiegen sich va. enge Wendungen und ja keinen Fehler machen. Wenn ein Hund kein Spass an Bewegung hast dann wird das im Spitzenbereich nie was.....der wird nicht schnell... zumindest nicht mit legalen Methoden. Trotz allem wäre ein Hund der Agi langsam macht nicht "gegen" seinen HF - auch das wäre eine sehr vermenschlichte Darstellung.
Weitere Beispiele sind jederzeit über alle Sportarten möglich....
Will to please heisst bei einem Westernpferd, dass er seine natürlichen Veranlagungen Kühe zu treiben fast ohne Hilfe der Reiter von selbst anbietet und die Kühe so eintreibt, dass beide ein gutes Leben haben ohne Schaden. Wenn das Pferd die Kuh nicht treiben will, wird er nicht auf die kleinsten Reaktionen der Kuh selbständig (!) reagieren, sondern wartet auf den Reiter und seine Anweisungen. Das ist reaktiv - wir wünschen uns aktive Pferde.
Genauso wünschen wir uns aktive Hunde, die sich anbieten und keine reaktiven, die darauf warten, dass der HF ihnen sagt dass sie sich jetzt zu bewegen haben, mit Ausstrahlung, Perfektion, Trieb....
VG
Anja


