04-06-2016, 12:06
erwin,'http://www.leistungshundeforum.de/index.php/Thread/25361-Erkennen-von-Linkslastigkeit/?postID=172764#post172764 schrieb:wenn man die wesensziffer nicht auf den schutzdienst bezieht, wo sie auch nichts mit zu tun hat ,erleichtert das den umgang mit selbiger .
Mal einfach zusammengefasst:
egal wie man die 10 DDR Punkte schreibt, ob waagerecht, senkrecht oder im Kreis:die beiden Extreme „gutartig“ und „bösartig“ stehen immer direkt nebeneinander.Je nach Schreibweise kommt man also waagerecht und senkrecht zu Mittellastigkeit und fast Mittellastigkeit oder kreisförmig zu „Oberlastigkeit“ und „fast Oberlastigkeit“. Zu Links- und Rechtslastigkeit kommt man in keinem Fall.
Nehmen wir mal an, daß die 10 Stichpunkte auf der DDR Liste das Wesen eines Hundes beschreiben wollen. Die Kriterien, die überwiegend auftauchen, sind: Schärfe, Aggressivität, Gut-und Bösartigkeit und Härte gegen Einwirkungen. Daß ohne Beschreibung der Situation und des konkreten Verhaltens diese zentralen Begriffe extrem unscharf sind, laß ich hier mal außer Betracht. Irgendwie um Schutzeigenschaften ging es schon.
Sie beziehen sich zentral insgesamt überwiegend auf das Verhalten gegenüber Menschen. Und zwar hauptsächlich in einer Konfliktsituation, in der auf den Hund eingewirkt wird. Das ist eine sehr kleine Auswahl aus dem notwendigen Verhaltensrepertoire eines Gebrauchshundes. Also im besten Fall ist das DDR-System eine sehr eingeschränkte, unvollständige, ungenaue, widersprüchliche und unsystematische Stichwortliste, die mit linken und rechten Wesenseigenschaften nichts zu tun hat. Für die Beurteilung der genetischen Wesenseigenschaften eines Hundes erfüllt sie noch nicht mal die Mindestanforderungen.
Und da man trotz aller theoretischen Mängel immer auch das Ergebnis betrachten sollte:
Auch gute Hunde aus reiner DDR-Linie haben im Leistungsvergleich mit West-LZ überwiegend versagt. Sie waren kräftig, robust, oft ernsthaft und hart gegenüber Schlägen, aber nur schwer motivierbar, wenig arbeitsfreudig, eher desinteressiert an Kooperation und angewiesen auf grobe Reize, damit sie mal aus dem Quark kamen. So hatte sich der „stumpfe und faule Osthund“ schnell aus den Leistungsvergleichen und der Leistungszucht verabschiedet. Er ist ein Hund für private Nostalgiker geblieben, die alten Zeiten nachtrauern und auf einen modernen Leistungshund keinen Wert legen.
