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Egal ob in diesem Forum, in anderen oder auch in Gesprächen im Alltag. Immer wieder wenn ein Hund ED/HD aufweist wird der Züchter beschuldigt. Warum eigentlich??? Mittlerweile sollte es doch bekannt sein, dass dies sowohl genetisch als auch aufzuchtbedingt sein kann und doch ist es jedes mal das gleiche, dass die Züchter beschuldigt werden, die Leute sie klagen wollen, den Kaufpreis zurückerstattet haben usw. Warum sehen Hundehalter nicht auch mal Schuld bei sich???
Wie denkt ihr darüber???
lg
Ta-Maja
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Wie bei allem ist der goldene Mittelweg der richtige. Ntürlich gibt es genetische Dispositionen, und natürlich gibt es Züchter, denen diese egal sind. Natürlich gibt es Fälle von HD oder ED, die zu einem großen Teil oder ganz auf die Kappe des Aufzüchters gehen. Meist ist es aber ein Konglomerat von beidem. Einen Hund ohne jeglicher genetischer Dispostionen für HD wirst Du keine schwere HD anfüttern können. Und Treppensteigen in normalem Umfang verursachen bei einem Junghund keine schwere ED. Umgekehrt wirst Du mit den besten Fütterungs- und Aufzuchtsbedingungen der Welt keine genetischen Dispositionen für schwerste HD ode ED neutralisieren können.
Ich finde es fair wenn ein Züchter, ganz ohne gesetzliche Grundlage, bei einem HD- oder ED-Fall unter seiner Nachzucht sagt "Da habe ich was falsch gemacht" und seinen Welpenkäufer nicht allein im Regen stehen läßt. Genau so fair finde ich es wenn der Welpenkäufer dann sagt "O.K., das war keine böse Absicht vom Züchter, der hat sich redlich bemüht bei der Zusammenstellung seiner Zuchtverpaarung", und sich Züchter und Welpekäufer dann irgendwo auf dem Mittelweg treffen. Was mir persönlich noch fehlt ist der Deckrüdenhalter. Der müßte noch irgendwie mit ins Boot. Denn egal was sein Deckrüde vererbt, der Deckrüdenhalter hat sein Deckgeld sicher raus und der Züchter den alleinigen Schlamassel, wenn es gesundheitliche Probleme bei der Nachzucht gibt. Was manch einen leider dazu verleitet es mit der Antwort auf Fragen nach etwaigen gesundheitlichen Problemen seines Rüden selbst oder dessen Nachzucht nicht immer ganz genau zu nehmen. Würde der Deckrüdenhalter haftungstechnisch in ähnlicher Weise mit ins Boot genommen werden wie der Züchter, würde es so manche "Risikoverpaarung" nicht geben.
"Ich kann mir die Welt ohne Idioten und Gauner nicht vorstellen."
Mark Twain
Ich denke was hier ankommt, hat längst eine Vorgeschichte, die sich meist schon über einen längern Zeitraum entwickelt hat. Und nicht jeder Käufer ist der böse Hundesportgeräteverbraucher und nicht jeder Züchter das selbstlose Opfer böser Konsumenten.
Zucht ist keine Pflicht, wer es macht, macht es freiwillig. Und egal aus welchem Grund man es macht, sei es ein reines Hobby, oder weil man auch etwas Geld damit verdienen will, wenn man es gut macht, ehrlich und sachlich dabei ist, werden die positiven Erlebnisse überwiegen.
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Ich denke es ist generell ein Problem der kritischen Selbstreflexion, sowohl bei vielen Züchtern wie auch bei den Welpenkäufern. Vereinfacht gesagt, schuld muss eben immer der andere sein.
Ich kenne es von Welpenkäufer, dass bei HD - ED Problem pauschal der Züchter schuld sein soll, ich kenne es aber auch andersrum, wenn man mit Züchtern darüber spricht sie tausend und einen Grund finden, warum für die HD ED Ergebnisse bei Hund xy einzig und allein der Welpenkäufer verantwortlich ist. Die Leute brauchen einen Schuldigen um sich gut zu fühlen und im Zweifel ist das eben immer die andere beteiligte Partei.
Was ich schade finde, ist dass man da dann auch so schnell mit Schuldzuweisungen ist und das ganze nicht einfach mal ruhig zusammen angehen und durchsprechen kann. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber es wurde schon mal hier gesagt.... manchmal können beide Seiten alles in ihrer Macht stehende richtig machen und haben am Ende einfach doch eben Pech.
LG Raphaela
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Captain Jack Sparrow
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Ich denke, das Hauptproblem bei HD und ED ist, dass die besorgten Züchter den genauen Zuchtwert der Deckrüden gar nicht kennen. Damit meine ich nicht den ausgewiesenen Zuchtwert, sondern den tatsächlichen. Dazwischen besteht i.d.R. eine erhebliche Diskrepanz, weil die schlechten Röntgenergebnisse der Nachkommen regelmäßig unterdrückt und nicht zur Auswertung eingeschickt werden. Deshalb kann der mit der Einführung des Zuchtwert-Verfahrens theoretisch mögliche Zuchtfortschritt auch bei bestem Willen der Züchter nicht erreicht werden. Sie sind selbst die "gelackmeierten" und müssen sich ggf. mit den unzufriedenen Käufern auseinandersetzen.
Für die Hündinnen trifft das zwar in gleicher Weise zu, über deren wahren Zuchtwert wissen die Züchter aber meist mehr. Für den Zuchtfortschritt in der Population sind die Rüden auch viel wichtiger, weil sie sich um ein Vielfaches mehr weitervererben als die Hündinnen.
Beste Vorsorge gegen programmierten Ärger ist m.E. ein entsprechender Kaufvertrag, der klar regelt, wie im Fall der Fälle zu verfahren ist.
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Hm
na dann bin ich ja beruhigt, wenn wieder mal die Rüden das Hauptübel der Wurzel sind.
Grüsse
Ralf
Überheblichkeit ist die erste Leitersprosse auf dem Weg nach unten.
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Aus populationsgenetischer Sicht ist das auch zweifelsohne so. Manche Spitzenrüden bringen über 1000 Nachkommen, die die Population genetisch viel stärker beeinflussen als eine Hündin mit 50 Nachkommen.
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Sorry Bernhard
wenn Du das Wort Züchten bzw. Hundezucht und Vererbung natürlich am Irrglauben mancher "Züchter" festmachst ist das sicher ein Punkt den man nicht vernachlässigen darf.
Was verstehst Du unter einem "Spitzenrüden" und warum wird so ein Hund dann so oft in der Zucht eingesetzt??
Ist es ein Spitzenzuchtrüde? oder ist es ein Name der sich auf einer AT gut liest und bei dem man davon ausgehen kann, dass sich Nachkommen gut verkaufen lassen?
Unter Zucht und hier insbesondere unter einer verantwortungsvollen durchdachten Zucht verstehe etwas anderes.
Grüsse
Ralf
Überheblichkeit ist die erste Leitersprosse auf dem Weg nach unten.
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zweifelsohne kann ein Rüde einen größeren Schaden anrichten, als eine Hündin, wenn es um die Vererbung geht - nur die Frage wieviel Wahrheit kommt wirklich ans Tageslicht. Solange es kein Pflichtröntgen für ganze Würfe gibt, werden wir die Antwort nie erfahren.
lg
Ta-Maja
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In diesem Fall geht es doch aber direkt um von HD oder ED betroffene Hunde. Nicht darum, wie viele Nachkommen ein Hund bereits hat. Wer einen kranken Hund erwischt, für den ist es wurscht ob der von der Vaterseite aus 5 Geschwister hat, 50 oder 500.
@Ta-Maja: Auch bei einer Verpflichtung zum Röntgen würdest Du nie Informationen über alle Nachkomemn erhalten. Gerde Fälle von schwerster HD oder ED erreichen das Röntgenalter gar nicht. Und wo liegt das Problem Hunde nach vom Vorröntgen (zumindest auf dem Papier) ins Ausland zu verkaufen? Wer es darauf anlegt, der läßt seine HD- und ED-Fälle trotzdem verschwinden.
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